Mit Photoshop ansprechende Effekte zu erzeugen nicht schwer - wenn man erst mal weis wie. Dieses Tutorial zeigt Euch, wie man die von Verpackungen und Internet bekannten Spiegelungseffekte einfach hinbekommt. Das Ergebnis sieht nicht nur hübsch aus, sondern lässt auch einfache Grafiken sofort plastischer und interessanter erscheinen. Diesen räumlich wirkenden Effekt kann man immer wieder gebrauchen – und zwar nicht nur in der Werbung.
Übrigens: Das Tutorial wurde mit Photoshop CS3 erstellt, funktioniert aber auch problemlos mit der älteren Version 7.0.
Worum geht’s?
Der hier im Tutorial beschriebene Spiegelungs-Effekt entspricht in etwa dem, was Ihr seht, wenn Ihr einen beliebigen Gegenstand auf einen Spiegel legt. Das ist übrigens auch ein gutes Mittel, wenn ihr Probleme habt, Euch das ganze räumlich vorzustellen.
Die Vorbereitungen
Wir beginnen mit einem einfachen Screenshot. In diesem Beispiel habe ich meine Website ein wenig herausgezoomt (damit mehr ins Bild passt) und abschließend mit der PRINT-Taste abfotografiert. Ihr könnt natürlich auch andere Bilder und Grafiken benutzen, jedoch kann es bei komplexeren Formen durchaus schwerer mit der Spiegelung und Perspektive werden.
Den Screenshot habe ich in Photoshop als separate Ebene eingefügt. Zuvor wurde schon ein entsprechender Hintergrund erstellt – hier im Beispiel einfarbig und farblich passend zu Metadragon.de. Erstellt Eure neue „Leinwand“ groß genug, damit auch mehrere gespiegelte Objekte und (sofern gewünscht) Texte noch gut aufs Bild passen. Verkleinern und überschüssige Bildränder entfernen kann man später dann immer noch.
Tipp: Es ist wichtig, Euer Originalbild jetzt schon fertig zu bearbeiten. Das heißt: Alle Effekte, Nachschärfungen, Zeichnungen & Änderungen müssen bereits fertig vorhanden sein. Ansonsten müsstet Ihr alle späteren Änderungen an den Spiegelungen erneut durchführen.
Die einfache Spiegelung
Von Eurer fertig bearbeiteten Ebene erstellt ihr nun eine Kopie. Dazu zieht Ihr die Ebene im Ebenenfenster einfach über das „NEU“ Icon (weißes Blatt). Alternativ klickt Ihr dazu einfach rechts auf die Ebene und wählt: Ebene duplizieren.
Klickt im Ebenenfenster die neue Ebene an und benennt sie noch sinnvoll (z.B. Spiegelung). Geht dann aufs das Hauptmenü > Bearbeiten > Transformieren > Vertikal spiegeln. Die Ebene erscheint nun umgekehrt, ist allerdings noch direkt über oder unter eurem Original.
Regelt noch im Ebenenfenster die Transparenz. Der %-Wert ist Geschmackssache. Ich verwende in diesem Beispiel 40%. Anschließend verschiebt Ihr Eure Spiegelung noch soweit nach unten, dass sie bündig unterhalb des Originals anschließt. Photoshop CS hilft Euch hier bei der Ausrichtung, bei PS7.0 müsst Ihr es noch von Hand durchführen.
Tipp: Ihr könnt die Ebene auch bewusst nicht bündig unterhalb anbringen – durch einen gewissen Abstand entsteht der Eindruck, als ob Euer Original über dem Boden „schwebt“.
Perspektive ins Bild bringen
Die eigentliche Spiegelung sieht nett aus, ist aber nicht sonderlich spektakulär. Daher bringen wir jetzt noch einen 3D-Effekt ins Bild, der sich ebenfalls sehr einfach umsetzen lässt.
Wählt dafür Eure Ebenen mit gehaltener STRG (oder SHIFT)-Taste aus, so dass beide im Ebenenfenster farbig hinterlegt sind. In Photoshop 7.0 müsst Ihr das ein wenig umständlicher mit dem Schloss-Symbol erledigen, welches die Ebenen miteinander verknüpft. Diese Aktion sorgt dafür, dass bei der nun folgenden Transformation beide Ebenen gleichermaßen verändert werden.
Geht nun wieder im Hauptmenü > Bearbeiten > Transformieren > Perspektivisch. Eure beiden Ebenen bekommen nun einen Bearbeitungsrahmen mit verschiedenen Ansatzpunkten.
Für eine Fluchtpunktperspektive nach links (wie im Beispiel) fasst Ihr die Ebenen entsprechend an den linken oberen Punkten an. Hier lohnt sich das Experimentieren – es könnten einige interessante Ergebnisse dabei herauskommen.
Tipp: Für anspruchsvollere Perspektiven kann es durchaus nötig sein, dass eure Spiegelungsebene separat angepasst werden muss. In diesem Falle sollte man Original und Spiegelung entsprechend separat transformieren.
Fertiges Arrangement als Beispiel
Hier seht Ihr ein kleines Beispiel, wie man in wenigen Minuten mehrere Screenshots ansprechend arrangieren kann. Egal ob Fächer-Look, aufgeklapptes Buch oder auf einen Glastisch hingeworfene Bilder - die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt.
Noch ein paar Richtlinien Die Ihr beachten Solltet:
- Eure Objekte sollten realistische Größenverhältnisse zueinander haben. Bewusst mit dieser Regel zu brechen (z.B. riesiger Text im Star-Wars-Stil) kann aber durchaus auch seine Wirkung erzielen.
- Nach hinten hin werden Objekte kleiner und undeutlicher – mit Schärfe arbeiten bringt hier zusätzliche Würze und Glaubwürdigkeit in euer Arrangement
- Achtet auf eine Einheitliche Perspektive, vor allem bei Bildern mit gleichem Fluchtpunkt
- Und (wie bei allen Photoshop-Effekten): Übertreibt es nicht. Weniger ist oft mehr. ;)
Ich hoffe, das Tutorial hat Euch Spaß gemacht. Im nächsten Teil zeige ich, wie man die Spiegelungen mit Hilfe von Ebenenmasken noch ein wenig aufpeppt und wie man mit Masken (außerhalb der Karnevalszeit) sonst noch so in Photoshop Spaß haben kann.