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Ratatouille (Disney / Pixar)
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Geschrieben von Feanarth

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Ratatouille (Disney / Pixar)

Animationsfilme aus dem Hause Disney/Pixar haben meist eines gemeinsam: Die Story folgt festen Regeln und die Ansprüche an die Animations-Qualität sind hoch. Dieser Anspruch hat derzeit einen sehr guten Grund: Es herrscht ein hoher Konkurrenzdruck in Form von vielen (leider oft mittelmäßigen) computergerenderten Filmen. Da sprechende Tiere wohl derzeit Hochkonjunktur zu haben scheinen, folgt Ratatouille brav dem Trend. In Sachen Hauptfigur und (wie oben bereits erwähnt) bei der Story macht der Film auch keine Ausnahmen, verweist aber trotzdem fast alle bisherigen Animationsfilme (auch aus der Konkurrenzschmiede Dreamworks) auf ihre Plätze.

 

Herr Ober, da ist eine Ratte in meiner Suppe!


Die Handlung von Ratatouille bildet einen recht unterhaltsamen und originellen Rahmen: Der Held, seines Zeichens eine Ratte namens Rémy, hat genug von seinem Dasein als Müllfresser und Räuber. Daher beginnt er, Kochbücher und Sendungen seines verstorbenen französischen Kochidols Auguste Gusteau zu verschlingen und eignet sich dabei eine Menge Wissen über die Menschheit an - unter anderem auch die Fähigkeit, ihre Sprache zu verstehen. Als ihn eines Tages sein Schicksal in die Kanäle von Paris verschlägt, ist es mit Rémy's Leben als Plünderer vorbei.

Er entschließt sich, Meisterkoch zu werden, hat dabei aber ein kleines Problem: Er ist eine Ratte - und die sieht man in feinen französischen Restaurants nicht so gern. Doch wie es das Schicksal will freundet sich Rémy mit dem Küchenjungen Alfredo Linguini an. Der würde gerne Kochen, beherrscht aber diese Kunst absolut nicht - eine Ideale Voraussetzung für ein Team.


Kochen, Liebe, Albernheit und ein großer Schuss Rafinesse


...machen diesen Film erst zu einem kleinen Meisterwerk. Die Geschichte nimmt mit der Allianz der ungleichen Freunde erst richtig Fahrt auf und vermengt die Zutaten dabei meisterhaft:
Neben der eigentlichen Rahmenhandlung entstehen viele synchrone Erzählstränge, die der Film einwandfrei miteinander zu verknüpfen weiss. Linguini steigt mit Rémys Hilfe binnen kürzester Zeit zum Star des Gusteau-Restaurants auf. Dabei verliebt er sich in seine Mentorin Colette Tatou', die einzige Frau des Restaurants. Der bisherige Chefkoch Skinner, ein fieser kleiner Kerl, sieht durch Linguini seinen Anspruch gefährdet - entpuppt sich der anfangs unbeholfene Küchengehilfe später gar als der wahre Erbe des verstorbenen Gusteau. Und als wäre diese Gratwanderung Linguinis nicht genug, kündigt sich noch der bekannte Restaurantkritiker Anton Ego an, der durch eine niederschmetternde Kritik den Untergang des Lokals bedeutet. Das Rémy bei diesen ganzen Problemen auch nicht zu kurz kommen will, versteht sich von selbst.
Remy (oben) und Linguini (unten) - das ungleiche komische Paar
Remy (oben) und Linguini (unten) - das ungleiche komische Paar


Überhaupt bekommen beide Figuren im Film ungefähr die gleiche Gewichtung, wobei Rémy mit Sicherheit der geheime Publikumsliebling sein dürfte. Der niedliche Nager ist dermaßen klasse animiert und synchronisiert, dass man schon mit Ihm allein einen Film hätte drehen können. Da sich Rémy die meiste Zeit alleine durch den Film bewegt und nicht oft mit seinesgleichen unterhält, wurde Ihm eine eingebildete Vision des verstorbenen Gusteau zur Seite gestellt. Das ist eine gute, aber nicht perfekte Lösung, denn manchmal wirken die Geister-Gesprächsszenen ein wenig aufgesetzt. Das macht im Ganzen aber nicht viel aus, denn selbst diese Szenen sind liebevoll umgesetzt. Dennoch: Die richtige Würze bekommt der Film erst durch die Verbindung der zahlreichen und lebendig wirkenden Charaktere und die rasante und gut erzählte Handlung, die einem kaum Zeit für Verschnaufpausen lässt.


Zahlen bitte!

Die mehrfache Gratwanderung des tollpatschigen Küchenjungen auf seinem Weg zum echten Meisterkoch üben einen großen Reiz auf den Zuschauer aus. Die einzelnen Geschichten werden hier zu einem humorvollen Gesamtgemisch verkocht, wobei die hochwertige Animation hier eher als Hülle fungiert - so wie es bei einem guten Film sein sollte. Die vielen liebenswert animierten Charaktere, der treffend platzierte Humor und eine abwechslungsreiche Handlung lassen einen gern verzeihen, dass der Film sich manchmal zu sehr an das übliche Disney-Schema hält. Das Erzähltempo ist dabei so flott und die Gagsdermaßen treffend platziert, dass man diesen Film nur lieben kann. Ratatouille ist einer der besten Animationsfilme der letzten Jahre - und definitiv der bisher beste Pixar.

 

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