Written by Feanarth
Endlich ist es soweit. Nach Jahren des Wartens auf den Nachfolger der beliebten Half Life Fan-Modifikation "Team Fortress" hat Valve den Nachfolger nun in die öffentliche Betaphase geschickt. Team Fortress 2 (kurz: TF2) ist für alle "Orange-Box" Vorbesteller bereits über STEAM zu beziehen und in vollem Umfang spielbar.
Ich habe bereits meine ersten Spiele in der Beta hinter mir und bin hellauf begeistert. Team Fortress 2 wird ein garantierter Multiplayer-Hit und ist bereits für sich alleine ein Highlight der kommenden 5 Spiele enthaltenden Orange Box. Warum TF2 nicht nur ein bloßer Abklatsch seines grandiosen, wenn auch etwas in die Jahre gekommenen Vorgängers ist, werde ich nun anhand meiner ersten Beta-Erfahrungen schildern.
Das gute, alte Gameplay...
Für alle die das Spiel noch nicht kennen: Team Fortress ist kompromissloses "Rot gegen Blau" Teamplay-Geballer. 2 Teams kämpfen entweder um das Erobern der "Flagge" (im Spiel als "wichtige Unterlagenkoffer" umgesetzt) oder um die Eroberung von Gebieten.
Um diese Ziele zu erreichen, hat jede Seite die gleiche Auswahl an Klassen mit vorgegebener Ausrüstung. Vom flott dahinspurtenden, drahtigen Scout bis hin zum breitschultrigen, Gatling-schwingenden Heavy Guy ist für jeden Spielertyp alles vertreten. Wer fies sein will, benutzt den Spion um sich als feindliches Mitglied zu Tarnen um so z.B. den gefährlichen Scharfschützen hinterrücks zu meucheln. Kämpfernaturen freunden sich eher mit dem Soldat und seiner Panzerfaust an, Unterstützer finden im Arzt oder Ingeneur ihre Freude. Möglichkeiten zum "modifizieren" oder "aufleveln" der Charaktere fehlen völlig. Das mag langweilig klingen, bringt dem Spiel aber eine perfekte Balance und bringt ganz andere Herausforderungen mit sich.
Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin, die momentan zur Situation passende Klassen-Kombination zu finden, denn nach jedem Bildschirm-Ableben kann man seine Klasse wechseln, um so evtl. dem Team zur entscheidenden Wende zu verhelfen. Das ist motivierend und bringt ein unglaubliches Tempo ins Spiel. Teams müssen schnell auf die ständig wechselnden Situationen reagieren, was automatisch die Anforderung an den Einzelnen mit sich bringt, mehrere Klassen zu beherrschen.
Das hohe Tempo unterstützend wirken passend dazu auch die Kommentare / Infos nach dem eigenen Ableben - inklusive interessant-humorvoller Infos zur bisherigen Spielweise (z.B. persönliche Rekorde mit den jeweiligen Klassen). Dadurch, dass man den Verursacher des eigenen Bildschirmtodes noch (sehr stylish) durch eine Kamerafahrt gezeigt bekommt, steigt der eigene Ansporn noch zusätzlich. So macht Sterben noch Spass. ;)a href="http://www.dragonized.de/images/stories/article/tf2_logo.jpg" mce_href="http://www.dragonized.de/images/stories/article/tf2_logo.jpg" TARGET="_blank">
Die wohl wichtigste Neuerung, die einem sofort nach Spielstart auffällt, ist der spezielle Grafikstil von TF2. Valve hatte damals vor Jahren erste Screenshots einer frühen Version gezeigt, die (zu) stark an den Vorgänger erinnerten - damit waren die Entwickler wohl selbst nicht zufrieden, denn das Spiel wurde noch einmal völlig umgekrempelt. Heraus gekommen ist eine wilde Mischung aus einem 70er Jahre-Agentenfilm- Look und dem Animationsfilm "Die Unglaublichen".
Das gibt Team Fortress 2 einen Look, der nicht nur großartig zur derb humorvollen und überzogenen Art des Spiels passt, sondern auch noch ziemlich einzigartig in der bisherigen Spielewelt daherkommt. Technisch mag Team Fortress 2 dadurch nicht zu aktuellen Titeln konkurrenzfähig wirken, ist aber in seiner originellen Präsentation absolut konsequent. Durch diverse Shading- und Lichtspielereien sowie einem sehr coolen Blur-Effekt bei Sichtschwenks beweist Valve mal wieder, dass ein sauberer Stil mehr bringt, als jede moderne Grafik-Spielerei.
Lustig zensiert
Das Spiel mag wie ein Comic aussehen, hat aber dennoch einen sehr Erwachsenen Inhalt. Die Deutsche Version wurde daher von Valve zensiert. Was jetzt bei vielen erwachsenen Spielern (wie auch bei mir) nicht gerade Begeisterungsstürme auslöst, wurde hier aber noch zu einem echten Knaller umfunktioniert:
Statt Blut- und Splattereffekte einfach einzufärben oder schlichtweg zu entfernen, verlieren die Spielfiguren beim "splattrigen" Ableben diverse Schrauben, Quietscheentchen, Hamburger und weitere Utensilien. Kritische Treffer (in der Kopfgegend) werden mit kleinen Elektroblitzen in Szene gesetzt. Das klingt abstrus, passt aber im Spiel fast besser als Blut - und sorgt zeitgleich sogar noch für laute Lacher.
Treffer werden durch die fehlende Blutdarstellung zwar schwerer feststellbar, aber durch diese originelle Art der Umsetzung ist zumindest ein Teil der Balance gegenüber Spielern der US Version gewährleistet. Besser als "sich verzweifelt hinsetzende Figuren" in der Deutschen Counter-Strike Version ist diese Lösung allemal.
Fazit
Team Fortress spielt sich so wie es aussieht: Laut, Bunt, Schnell! Das Spielprinzip ist glücklicherweise so gut wie unangetastet geblieben, der Look hingegen wurde auf Höhe der Zeit gehoben. Die hervorragende Präsentation in Bild und Ton wirkt absolut stimmig. Das hohe Spieltempo und Klassensystem sorgt so gut wie nie für Frust und motiviert zu Höchstleistungen. Dank der guten Erweiterbarkeit durch Fan-Maps (erste sind bereits in Foren auffindbar) steht hier ein echter Multiplayer-Kracher mit Langzeitmotivation ins Haus.
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