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Spiderman 3
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Written by Feanarth
I'm sorry but this article is not (yet) available in English. If you would like to have this translated, please leave a comment in the form below.

Obwohl man bei der derzeitigen "Massenverwurstung" diverser Comiclizenzen schon mal den einen oder anderen bösen Gedanken hegen mag, genießt Marvels Spider-Man Serie doch einen gewissen Vertrauensbonus beim geneigten Kinogänger. So auch bei mir. Deswegen - und auch der guten Kritiken aus den Staaten wegen - habe ich mir hier ausnahmsweise mal den Besuch der Vorpremiere gegönnt und kann schon vorab sagen: Ich war beeindruckt.

Mit episodenhaften Filmen verhält es sich oft so, dass der erste Teil eine Meßlatte setzt, die Nachfolger kaum erreichen, geschweige denn übertreffen können. Teil 1 der Reihe zeigte mit dem Goblin einen recht interessanten (wenn auch schon für meinen Geschmack zu stark überzeichneten) Bösewicht. Hier wurden auch durch die gut ausgewählten und angemessen inszenierten Schauspieler viele Pluspunkte gemacht. Gute und damals auch relativ unverbrauchte Effekte taten ihr übriges zum runden Gesamtbild.
Teil 2 setzte die Tragikrolle des Peter Parker gekonnt fort, schaffte es aber trotz der großzügig bemessenen Spieldauer nicht, die Charaktere so glaubwürdig wie in Teil 1 beim Publikum ankommen zu lassen. Die Effekte waren abermals ein wenig besser als im Vorgänger, schienen aber in meinen Augen schon fast eine Art Rettungsanker für die etwas lahm dahinkriechende Storyline. 

Und genau an diesen Punkt scheinen sich auch andere gestört zu haben, denn Teil 3 macht in Sachen Storyline wieder um einiges mehr her. Statt einem sieht sich Spidey gleich mit 3 Widersachern konfrontiert. Was daran besonders beeindruckt: Alle kommen bei den 130 Minuten voll zur Geltung, ohne in der Belanglosigkeit zu versinken.

spiderman3_cover
spiderman3_cover
Da wäre als erstes der "Sandman", der (ganz Serientypisch) durch das Schicksal in widere Umstände gezwungen wird. Man nimmt ihm sowohl die Rolle des sorgenden Vaters als auch des "aus Zwang handelnden" Bösewichts ab, wodurch er sehr glaubwürdig den Zwang von Peter widerspiegelt - Dinge zu tun, die man nicht immer gerne tun will.

Das auf dem Filmcover gezeigte schwarze Spiderman-Kostüm verkörpert als "Venom" den Hass von Peter auf den Mörder seines Onkels. Sehr plastisch zeigt sich hier die scheinbare Stärke, die aus diesem Gefühl gezogen werden kann. Doch genau wie sein Anzug ist diese Stärke eine Hülle, die wie eine falsche Haut erst einmal abgestreift und besiegt werden muss. Gerade diese offensichtlichen und zugleich "versteckten" Details machen einen großteil des Charmes aus, den dieser Teil der Serie versprüht. 

Passend zum Stichwort "Ambivalent": Hier tritt Harry Osbourne als würdiger Nachfolger in die Stapfen seines Vaters, welcher im ersten Teil in Form des "Goblins" Peter das Leben schwer machte - zeitgleich aber als eine Art Vorbildfigur fungierte. Harrys (innerer) Kampf mit sich selbst und Spiderman reflektiert den Konflikt zwischen inniger Freundschaft, aber auch die Rivalität um die Gunst von Mary Jane. Auch verbindet Harry und Peter der Schmerz um den Verlust einer geliebten Person. Dieser innere Zwist ist zentrales Element des Films, drängt sich aber bei keinem der Charaktere in den Vordergrund. Gekonnt wird so auch ein Handlungsbogen zum ersten Teil gespannt, ohne einen Aspekt des (Anti)heldenlebens zu kurz kommen zu lassen. Große Klasse!

Sieht man davon ab, das Spiderman 3 es stellenweise mit den Effekten und deren Tempo wieder einmal zu gut gemeint hat (bitte möglichst weit von der Leinwand wegsitzen), bekommt man hier wieder 130 min. lang beste Unterhaltung geboten. Und Spiderman 3 vermag dabei eigentlich genau das, was man von einem Sequel weniger erwartet - seine Vorgänger in allen Belangen zu übertreffen. 

Fazit: Effektreiches Schauspiel mit sehr glaubwürdigen Charakteren. Viel Emotion und dabei sehr wenig bis gar kein Leerlauf. Unbedingt ansehen. 


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