Wer von Matrix fasziniert war, aber dessen Ende nicht wirklich verstand oder mochte, dem sei mit dieser Rezension der eher unbekannte Film "Equilibrium" nahegelegt. Dieser wurde mit einem recht niedrigen Budget erstellt, was man ihm natürlich hier und da schon ansieht. Dennoch ist es sehr beachtlich, was Christian Bale und sein Widersacher Taye Diggs herausholen.
Genau wie Matrix spielt die Handlung in einer mehr oder weniger fernen Zukunft. Die Erde wurde von einem 3. Weltkrieg durchgerüttelt und Großteile der Menschheit ausgerottet. Um einer völligen Auslöschung vorzubeugen, unterzieht sich der Rest der Menschheit einer Droge, dem Prozium, welche Emotionen - hier gebrandmarkt als der angebliche Auslöser aller Kriege - völlig auslöscht.

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Unter einem totalitären Regime, dass nicht von Ungefähr auf die Deutsche Vergangenheit abzielt, arbeitet John Preston (Christiano Bale) als eine Art Elitekämpfer, der rebellische "Sinnesstraftäter" (Leute, die ihre Drogen nicht nehmen und somit imstande sind , zu fühlen) vor Ort verurteilt und exekutiert. Preston ist sich seiner Sache sehr sicher und geht effizient zu werke - jedoch bricht sein Glaube an das "Equilibrium" nach und nach zusammen, als er seinen eigenen Kollegen bei einer Sinnestat erwischt und exekutieren muss. Erschwerend kommt noch seine eigene Vergangenheit hinzu, doch mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.
Was hier an ein recht langweiliges Setting (Böses Regime gegen Widerstand) erinnert, wird auf dem 2ten Blick durch die Charaktere und das Szenario erheblich aufgewertet. Equilibrium bietet dem Zuschauer eine Alternative zum überzuckerten Matrix-Ende und versucht dabei weniger durch Pseudo-Religiosität sondern eher durch die Macht der Bilder und Emotionen zu überzeugen. Und obwohl der Hauptdarsteller in einer Emotionslosen Welt lebt, (deren Erklärung zugegebenermaßen ein wenig "zu" bemüht erscheint), weckt die Handlung und die tragische Figur ein Sammelsurium an Gefühlen beim Zuschauer.
Die Vergleichbarkeit mit Matrix kommt zudem besonders bei den Kampfszenen zum Tragen. Diese sind, wegen des niedrigen Budgets, wesentlich effektärmer, dafür aber mindestens genauso spektakulär und sehenswert. Ich möchte sogar einen Schritt weiter gehen und behaupten: Nachdem man Szenen aus Equilibrium gesehen hat, kommt einem Neo aus Matrix schon fast wie ein Schuljunge vor. ;)
Fazit: Erfrischend neu hebt sich diese Perle von Genrekonkurrent Matrix ab. Definitiv eine Empfehlung für alle, die Matrix schon toll fanden, aber vielleicht nicht so recht zufrieden mit dessen Ausgang sind.