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[PC] Alien Swarm
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Geschrieben von Feanarth

Alien Swarm
Alien Swarm
Valve weiss zu überraschen: der als Fanprojekt lange entwickelte top-down Shooter "Alien Swarm" begeistert die Steam-Community – und zwar nicht nur, weil er überraschenderweise auf STEAM gratis angeboten wird .

Ob sich der Download lohnt, zeigt schon der erste Blick auf die Fakten: 4-Spieler-Coop, gute Grafik (UT-Engine), ein interessantes Setting, Levelups und tonnenweise Items sorgen für langfristig motivierenden Spielspass.

Wer jetzt dennoch skeptisch bleibt, liest einfach diesen Test.

 

Gruppenzwang

Mit seinem Setting setzt "Alien Swarm" sicherlich keine Maßstäbe. In bester "Ridley Scott" Tradition kämpft Ihr als kleiner Trupp Marines gegen Horden von Aliens ums nackte Überleben. Das hier Teamplay Trumpf ist, zeigt sich schon beim ersten Charakterauswahlbildschirm des Spiels. Insgesamt acht Protagonisten, jeweils unterteilt in vier verschiedene Klassen, wollen von Euch durch dunkle Gänge manövriert werden. Jede Klasse – zur Auswahl stehen Leader, Special Weapons, Tech und Medic – bringt ihre eigenen Stärken in die Gruppe mit ein. Spielerisch gewaltig ist der Unterschied zwischen den Klassen aus Sicht des Handlings zwar nicht, doch wirkt sich die Wahl dennoch spürbar auf Eure Vorgehensweise und den Gesamterfolg eures Teams aus.

Das Klassensystem bietet für jeden was - doch Ausgewogenheit siegt
Das Klassensystem bietet für jeden was - doch Ausgewogenheit siegt

Welche Klasse Ihr letzten Endes übernehmt, ist Euch überlassen. Einzig ein Techniker ist für die meisten Missionen obligatorisch, da sich nur er auf das Hacken von missionswichtigen Terminals, Geschützen und Sicherheitstüren versteht. Somit ist es unabdingbar, dass diese Klasse von einem kompetenten Spieler übernommen und ihrerseits von umsichtigen Mitspielern beschützt wird. Beisst der Techniker ins virtuelle Gras – und das kann in "Alien Swarm" schnell und häufig passieren – ist auch automatisch die ganze Mission gescheitert. Fehlen die jeweiligen Mitspieler kann das Programm (auch für ein Offline-Training) die Mitstreiter übernehmen, was jedoch nicht im Ansatz soviel Spielspaß birgt.

Friendly Fire

Nur wenn die Klassen und Ausrüstung klug gewählt werden, ist bei "Alien Swarm" ein Sieg zu erringen. Wie bei Allem gilt hier "Teamplay über Alles". Nicht nur können die eigenen Waffen auch Teammitglieder verletzen, sondern auch die vorhandene Munition wird sehr schnell knapp, was (erfreulicherweise) ein kontrolliertes Vorgehen erzwingt. Vor Missionsbeginn eingepackte Medkits und Munitionskisten bieten zwar Abhilfe gegen die chronische Knappheit, schränken jedoch das vorhandene Waffenarsenal stark ein. Eine Kombination aus heilendem "Medic" und waffenstarrendem "Special Weapons" ist somit sehr zu empfehlen, doch wer es gerne fordernd mag, darf gerne variieren.

Watch your six. Während der Tech ein Terminal hackt, geben die Kollegen Feuerschutz
Watch your six. Während der Tech ein Terminal hackt, geben die Kollegen Feuerschutz

Positiv zu nennen wäre in diesem Zusammenhang auch der angenehm fordernde Schwierigkeitsgrad des Spiels, der bereits auf "Normal" ziemlich viel Adrenalin durch Eure Venen pumpt. Wer hier glaubt, dank dicker Wumme auch mal allein auf die Alienhatz gehen zu können, findet sich ganz schnell in einer Zuschauerrolle wieder. Und die dauert mangels Continue-Funktion bis zum jeweiligen Missionsende (im Schnitt 10-15 Min.). Wer bereits vorher aussteigt, bringt sich um am Missionsende vergebenenen Erfahrungspunkte und damit verbundenen Level-Ups, die ihrerseits wieder neues Kriegswerkzeug freischalten. Gerade diese Mechanik in Verbindung mit einer abwechslungsreichen Missionsstruktur macht das Zusammenspiel zur wahren Freude und motiviert zum erneuten Durchspielen in höheren Schwierigkeitsgraden.

Mach es weg! Mach es weg!

Die namensgebenden Schwarm-Aliens sind nicht nur Zahlreich, sondern meist sehr schnell zu Fuss und langen zudem ordentlich zu. Gerade Solisten unter den Marines sind ein ideales Opfer für die kleinen und fiesen "Parasiten". Diese heften sich gleich zu mehreren an den Spieler an und töten ohne entspechende Heilung durch einen "Medic" binnen weniger Sekunden. Das Arsenal an fiesen Kriechern beinhaltet auch Artilleriekäfer mit gewaltiger Reichweite und Durchschlagskraft und sogenannte "Shieldbugs", die von vorne dank einer dicken Panzerung von Einzelspielern kaum zu bezwingen sind.

Die stimmungsvolle Beleuchtung sorgt für die entsprechende Dramatik - hier erwehren wir uns in der Deckung eines Kampfschiffs grösserer Alienmassen
Die stimmungsvolle Beleuchtung sorgt für die entsprechende Dramatik - hier erwehren wir uns in der Deckung eines Kampfschiffs grösserer Alienmassen

Davon abgesehen ist das Gegnerrepertoire eher unspannend: Neben den in Masse auftretenden Drohnen, fliegenden Exemplaren und dicken, madenähnlichen Käfern, die kleine selbstmörderische Larven produzieren, bietet die Gegnervielfalt keine größeren Überraschungen. Hier hätte "Alien Swarm" ein Kampf gegen fordernde Bossgegner mehr als gut zu Gesicht gestanden.

Getting things done!

Insgesamt fällt die eher schwache Auswahl an Gegnertypen aber kaum ins Gewicht. Das gilt auch für die wenigen verfügbaren Missionen, denn diese sind stimmungsvoll und abwechslungsreich inszeniert. Teilweise stürmen wahre Massen an Gegnern auf Euch ein, so dass oft nur noch die Hälfte der Marines mit Mühe und Not das Ziel der Mission erreicht. Gut wer da einen Lötkolben eingepackt hat, um die Massen mittels verschweister Tür zumindest Zeitweise abzuhalten. Das dadurch erzeugte Erfolgsgefühl und Teamgefühl führt auch bei wildfremden Mitspielern zu engem Zusammenhalt – klasse!

Das eigentliche Ende der kurzen mitgelieferten Kampagne ist zwar schnell erreicht, doch dank der motivierenden Level- und Itemmechanik geht man zu gerne in höheren Schwierigkeitsgraden erneut auf die Jagd. Hier ist es gut, dass Valve diesem sehr guten Gratistitel einen Missionseditor gleich beigelegt hat. Man darf sich in naher Zukunft auf weiteren Zockstoff von Seiten der Community freuen.

Facts:

Pro

+ Stimmungsvolle Lichteffekte
+ Detaillierte Grafik
+ Motivierendes Klassensystem
+ Angenehm fordernd, nicht unfair
+ Leveleditor gleich mitgliefert
+ Sinnvolle Coop-Möglichkeiten

 

Contra

- Nur wenige Levels
- Sporadische Login-Probleme
- Wenig Gegnervielfalt
- Auf älteren Systemen slowdowns

 

 
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