Metadragon.de - Games, Lifestyle, Wissen
“Vermisst Ihr hier noch Inhalte und Kategorien? Lasst es uns über die Shoutbox wissen”
-Metadragon.de
Hauptmenü
Home
Tutorials
Musik
Filme & Serien
Bücher
Games
Software
Hardware
Kolumne
Previews

 Community &
 Nutzerbereich

Wer ist Online:
Aktuell 31 Gäste online
 

Shoutbox

Name:

Nachricht:


Herzlich Willkommen - Besucher
Kampf der Titanen
(1 Stimme)
Geschrieben von Feanarth

Kampf der Titanen
Kampf der Titanen
Retro ist in. Kaum ein Kinofilm, der derzeit keinen Film- oder Buchklassiker neu verarbeitet, neuerdings gern auch in 3D. Das alles gilt auch für die aktuelle Neuverfilmung des 1981 entstandenen gleichnamigen Klassikers „Kampf der Titanen“.

Mit der Neuauflage versucht Regiesseur Louis Leterrier (The Transporter, Incredible Hulk) die tragische Geschichte um den Halbgott Perseus in die Moderne zu heben.

Leider gelingt das nicht wirklich gut...

Was bin ich?

Die Geschichte von „Kampf der Titanen“ beschreibt das Leben des Waisenkindes Perseus (Sam Worthington), der seine Jugend als genügsamer Fischer in der Obhut eines liebenden Stiefvaters Spyros verbringt (gut gespielt von Pete Postlethwaite). Als sich die Menschen gegen die griechischen Götter auflehnen, entbrennt ein blutiger Konflikt, der Perseus' Eltern das Leben kostet. In seinem blinden Hass auf die Götter, ihnen allen voran Hades (Ralph Fiennes) als Mörder seiner Eltern, schließt sich Perseus den Aufständischen von Argos an. In der Stadt erfährt er zudem um seine Herkunft als Sohn des Zeus und damit seinen halb göttlichen Ursprung.

Somit bewegt sich Perseus fortan auf einem schmalen Grat zwischen beiden Welten und muss sich zwischen persönlichen Rachegelüsten, göttlicher Macht und der Rettung der gesamten Menschheit entscheiden. All dies sind die schmackhaften Zutaten für ein episches Heldendrama, die auch die namensgleiche Vorlage von 1981 aufgegriffen hatte. Doch leider haben die Gemeinsamkeiten mit der damals sehr erfolgreichen (und heute immer noch sehenswerten) Vorlage ein Ende.

Halbmensch? Halbgott? Halbgar!

„Kampf der Titanen“ ist ein Film, den ich nach dem ersten Trailer eigentlich genießen wollte. Die tragische Geschichte um den jungen Perseus ist nicht nur interessant, sondern bietet dank der bunten griechischen Mythologie extrem viel Potential für brachiale Action und gute Effekte. Dabei macht diese moderne Neuinterpretation – schon die Vorlage war hier historisch nicht genau – schon zu Beginn sehr vieles richtig. Die eindrucksvollen Kulissen und eine passende Erzählstimme stimmen den Zuschauer gut auf die Rahmenhandlung ein.

Leider jedoch bemerkt man schon zu Beginn dieses „epischen Dramas“, dass die Schauspieler nicht wirklich gut gewählt wurden und die Emotionen nur mäßig transportieren. Während der Vater von Perseus noch weitgehend überzeugt und durch sein Ableben den tragischen Verlust spürbar werden lässt, ist bereits der zeitgleich auftretende Hades keine wirkliche Bereicherung für den Film. Als „Bösewicht“ der Handlung geht er dank überzeugender Soundeffekte und 3D-Effekte gerade noch durch. Doch gerade die schwache Gesamtleistung aller Schauspieler zeigt die offensichtlichen Mängel dieses Filmes auf. Würde sich dies auf Nebencharaktere beschränken, wäre es in einem actiongeladenen Streifen wie diesem evtl. noch vertretbar, doch gerade Sam Worthington in seiner Rolle als Perseus liefert durchgängig eine schwache Performance und rangiert in seinem Minenspiel irgendwo zwischen „Gladiator“ Russell Crowe und Prügelknabe Steven Seagal. In einem tragischen Film von epischer Tragweite darf man als Zuschauer wohl ruhig etwas mehr erwarten.

Die schlechte Leistung der Schauspieler ist natürlich auch dem Drehbuch zuzuschreiben, dass die tragische Rahmenhandlung mit geradezu titanenhaften Logiklöchern umreißt. Da lernt Perseus - anfangs ein noch vom Kriegswesen völlig unbefleckter Fischer - quasi binnen Sekunden ein Schwert zu führen. Mit diesem erschlägt er nur 10 Minuten später einen meterhohen Riesenskorpion. In einer anderen Szene wird Perseus vor seinem Kampf gegen Medusa in Sachen Kampftaktik wieder wie ein Kind belehrt, nur um in der darauf folgenden Einstellung eine prahlerische Heldenrede vor allein seinen Helfern zu schwingen. All dies sind leider keine Ausnahmen: für jede gute Dialogzeile bietet der „Kampf der Titanen“ eine unpassende Szene, die den Zuschauer wieder aus der stimmigen Welt herausreißt.

Des Mittelmäßigen zuviel

Gerade in einem „Helden“epos erwartet man eigentlich, dass die Hauptfigur die Handlung maßgeblich prägt und trägt, doch dies scheint in diesem Film genau umgekehrt. Stellenweise überschatten die übrigen Figuren die des Perseus deutlich, driften aber mangels erzählerischer Tiefe ständig in die Belanglosigkeit ab.

Da helfen die an sich solide umgesetzten Spezial-Effekte nur wenig, denn Perseus Konflikte mit der griechischen Monsterwelt sind dermaßen überbordend und üppig inszeniert, dass man jeglichen Spannungsbogen vermisst. Da werden Riesenskorpione gleich hordenweise auf die Leinwand geworfen, während der storyrelevante Kampf gegen Medusa zu einem kurzen Lichtblick innerhalb einem Meer von Spezialeffekten verkommt. Abgerundet wird diese Mittelmäßigkeit dann noch in einem unspektakulären Finale, welches dank einer nahezu vollends abgeschliffenen Dramaturgie quasi emotionslos dahinplätschert.

Fazit

Man bekommt bis hierher zwar den Eindruck, aber „Kampf der Titanen“ als Schrott zu bezeichnen wäre unpassend. Viele der Schauspieler geben sich sichtlich Mühe, die Handlung mit dem notwendigen Ernst zu transportieren. Der Film unterhält auf der gesamten Spieldauer sehr gut und bietet (abgesehen von einigen überflüssigen Landschaftseinstellungen der Marke „Die Gefährten“) kaum Längen.

Doch gerade angesichts eines solchen Füllhorns an (erzählerischen) Möglichkeiten innerhalb der griechischen Mythologie und einem Budgetrahmen von knapp 70 Mio. $ kann man diesem Film nur eine göttliche Eigenschaft zuschreiben: er ist mehr Schein als Sein.

Wer einen eindrucksvollen Kontrast mit fast identischer Rahmenhandlung erleben möchte, dem empfehle ich die „God of War“ Reihe für die Playstation 2 & 3. SO, lieber Herr Leterrier, sollte griechische Mythologie richtig inszeniert werden.

  Keine Forenbeiträge bisher
Bitte einloggen oder registrieren um am Forum teilzunehmen.
Diskutieren...
< zurück   weiter >