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DRM, Steam, SecuRom, Starforce und Onlineaktivierung.
Begriffe, die alteingesessene Gamer nicht mehr hören können oder hingenommen haben. Solange der eigene Lieblingstitel anstandslos funktioniert, bekommen Gelegenheitsspieler und Techniklaien von solchen modernen Schutzmethoden nichts mit.
Doch der jüngste Entschluss von Ubisoft (Assassin's Creed, Splinter Cell) dürfte wohl ziemlich jeden Spieler eiskalt überraschen: Der Publisher plant, seinen Spielen in Zukunft einen permanenten Onlinezwang mit einzubauen. Während vor wenigen Jahren eine einmalige Online-Registrierung genügte, soll der PC nun permanent online bleiben - und zwar auch dann, wenn man gerade nur alleine spielt.
All dies - so will man dem Spieler zumindest weiß machen - geschieht
zum eigenen Wohle. Die Hersteller solcher Methoden werben mit "online
gespeicherten und damit überall verfügbaren Spielständen" und locken
mit "beliebig vielen Installationen auf verschiedenen Systemen".
Doch ist dies wirklich zum Wohle des Kunden? Wohl kaum! Mit
schöngeredetem Marketingjargon versucht man hier sprichwörtlich,
digitalen Müll als "Vorteil" anzupreisen. Dabei ist nicht nur die
eigentliche Technik dahinter ein gewaltiger Tritt ins Gesicht der
Datenschützer und Spielefans. Allein die Tatsache, dass hier die
ehrliche Kundschaft sprichwörtlich für dumm verkauft wird, zeugt von
wenig Weitsicht im Hinblick auf das eigene Firmenimage. Doch gewinnen
wir ein wenig emotionalen Abstand von der Thematik und legen stattdessen Fakten auf den Tisch:
Fakt 1: Konsolen sind simpel... Es ist kein Geheimnis mehr,
dass die modernen Konsolen dem PC als Spielgerät langsam aber sicher
den Rang ablaufen. Raubkopien sind sicherlich ein großer Störfaktor im
PC-Markt und der Schutz geistigen Eigentums ist erstrebenswert. PCs
sind in ihren Möglichkeiten nun mal wesentlich flexibler, was auch die
technischen Möglichkeiten zur Umgehung von Kopierschutzmethoden
betrifft. Die Hersteller entwickeln Spiele für eine einheitliche
Konsole dementsprechend günstiger, während am PC meist hohe Folgekosten
für Hardwaretests und Support entstehen. Es spricht im Grunde also
alles gegen den PC als Entwicklerplattform, wäre da nicht…
Fakt 2: ...und PCs sind komplex. Was zunächst
eher negativ klingt, hat in Wirklichkeit auch seine Vorzüge. In vielen
Spielegenres ist die Maus und Tastatursteuerung auch heute noch das
Nonplusultra. Hinzu kommt, dass PCs ohne große Probleme mit Software
(z.B. zur Stimmkommunikation) oder Hardware (Webcam, Joysticks)
erweitert werden können. Der Umstieg auf eine neue Hardwaregeneration
erfolgt somit nicht so holprig wie bei den Konsolen. Dort ist bei einem Generationswechsel der bisherige Hardware- und Spielebestand mit einem Schlag veraltet.
Dabei ist Nachhaltigkeit auch in der Spielebranche möglich. Nicht nur Fans nutzen eine vom Publisher gegebene Möglichkeit, das eigene
Lieblingsspiel auch über viele Jahre hinweg noch attraktiv zu halten.
Bestes Beispiel hierfür sind Editoren und Entwicklerkits, die Fanmodifikationen, Levels und zuweilen
auch komplette grafische Erweiterungen erlauben. Diese entstehen völlig ohne Zutun
des Entwicklers und übertreffen zuweilen die Qualität des Ur-Spiels. Doch auch die Hersteller selbst können diesen
Umstand für sich nutzen und aktiv in den Lebenszyklus eines Titels
eingreifen. Bestes Beispiel: World of Warcraft. Mittlerweile über 5
Jahre alt, kann die Engine auch heute noch beachtliche grafische
Effekte hervorzaubern und soll für das kommende Addon nochmals
erweitert werden - und dass laut Hersteller nahezu beliebig oft. Dies wäre
prinzipiell auch auf Konsolen möglich, doch hier setzt die fixe
Hardware irgendwann Grenzen, während die PC-Ausstattung dem technischen
Trend ständig folgt. Daraus ergibt sich …
Fakt 3: Spiele sind keine starren Produkte. Hersteller
sollten aufhören, Ihre Produkte bereits bei Release als "abgeschlossen"
zu betrachten. Spiele sind interaktive Medien! Gerade solche Titel, die auf eine
starke Onlineanbindung bauen, drängen sich für eine weitere
Produktpflege nahezu auf. Dadurch entstehen natürlich permanente
Folgekosten. Als Lohn der Mühe entsteht damit aber nicht nur eine Marke,
sondern der Publisher hält sich und sein Spiel nachhaltig im Gespräch -
Stichwort: Valve . Und da wir jetzt auch wieder von Steam,
Ubisoft und DRM-Onlineanbindungen sprechen, greift…
 Spielehersteller wie Ubisoft halten ihre Kunden mit perfiden DRM-Methoden sprichwörtlich zum Narren Fakt 4: Alle technischen Kopierschutzmethoden sind wirkungslos.
Bisher gab es wirklich wenige Kopierschutzmethoden, die sich
langfristig am Markt halten konnten. Im Regelfall sind selbst technisch
geschützte Spiele bereits am Releasetag geknackt im Internet verfügbar.
Die Folge: Während ehrliche Käufer sich mit zunehmend aggressiveren
Schutzmethoden herumplagen, können "Softwarepiraten" ein Spiel meist
problemloser und (ironischerweise) in größerem Umfang
genießen. Nicht selten sind die Onlineaktivierungen auch an
irgendwelche Gimmicks gekoppelt, die (bei z.B. inaktiven Servern) unerreichbar verbleiben. Das bringt mich auch zu
den aktuellen (digitalen) Vermarktungsmethoden für moderne Spiele und
zu…
Fakt 5: Spiele sind viel zu teuer. Besonders in Deutschland merkt man,
dass sich die Spieleindustrie gerne in die Premium-Preispolitik
verbeißt, wie sie seit dem Entstehen des Mediums existierte. Besonders
Konsolenspiele haben mit 70 Euro ein Preisniveau, dass in keiner Weise
dem erhaltenen Gegenwert rechtfertigt. Gerade durch die besseren
Kopierschutzmethoden auf Konsolen muss der Preis in die Region der
PC-Spiele fallen und sollte die 40€ Marke nicht überschreiten. Je günstiger ein Spiel ist, desto eher kommt es auch ehrlichen Kauf in Frage. Gerade die hohen Umsatzzahlen im digitalen Vertrieb bestätigen dies jeden Tag aufs neue.
Um den Bogen zu den anfangs genannten Online-DRM Methoden von
Ubisoft zu spannen, fasse ich zusammen: Spiele sollten einfach zu
konsumierende Unterhaltungsmedien sein, die flexibel dem Wandel der
Zeit folgen - und zwar technisch wie preislich. Sie genießen neben Buch, Kino, Film, und Fernsehen keine
Sonderstellung.
Hersteller müssen aufhören gegen Piraten zu kämpfen und sollten Millionen für nutzlose Schutzmaßnahmen stattdessen in wirkliche Qualität investieren.
Gute Produkte, die das Medium Internet
für sinnvolle Zwecke nutzen, machen langfristig Piraten zu Kunden! Zwangsmethoden
hingegen, wie der neue "Onlineschutz" von Ubisoft, führen nicht zwangsläufig auch zu mehr Umsatz. Im Gegenteil: Spieler werden die einzig logische Konsequenz aus solchen Maßnahmen ziehen und die komplette Produktreihe eines
Publishers langfristig komplett vermeiden. Die einzige andere Alternative neben Konsumverweigerung ist die Piraterie selbst.
Und letzten endes folgt daraus Fakt 6: Der gemeine Spieler ist ein mündiger Konsument und kein dummer August, der sich schön verpacktes Marketing-Bla als "Vorteil" verkaufen lässt.
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