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 Colin Mc Rae: DIRT 2 Die Rallye Dakar 2010 läuft momentan auf Hochtouren und Travis Pastrana hat gerade im Autoweitfliegen einen neuen Rekord aufgestellt – gibt es einen besseren Zeitpunkt, um einen Testbericht zu Codemasters „Colin McRae: Dirt2“ (PC) zu veröffentlichen? Ganze 81 Meter flog Pastrana bei seinem Neujahrssprung mit seinem Subaru Impreza durch die Lüfte.
Was das alles mit Dirt2 zu tun hat? Eine Menge! Anschnallen!
"Ich bin Ken Block, und dies ist Colin McRae: DIRT2"
 China: Eines der Länder der DIRT-Tour Bevor ich die ersten Zeilen dieses Reviews geschrieben habe, habe ich mir überlegt: „Wie geht man solch einen Testbericht am besten an?“ Dirt2 bietet durchaus unterschiedliche Möglichkeiten. Da hat man ein Spiel, das seit über zehn Jahren als Referenz in Sachen Rallyesport auf dem PC gilt, diesen seit jeher schraubengenau simuliert und zelebriert und dann kommt Dirt2 und bricht schamlos mit dieser Tradition. Zerreist man das Spiel, weil es nicht so kompromisslos wie seine Vorgänger ist oder sieht man es als "Umbruch" einer Serie? Ich hab mich für einen Mittelweg entschieden. Vorab: Es ist stylisch, es ist trendy und es ist laut – trotzdem ist es anspruchsvoll aber es ist kein klassisches Colin-Spiel mehr. Schadet das der Serie? Keinesfalls! Als jemand, der fast alle Teile der Serie gespielt hat, muss ich sagen, dass Colin McRae: Dirt2 eine tolle Hommage an den verstorbenen Rennfahrer geworden ist. Simulationsfans, die beinhart jedes Anzugsmoment sämtlicher Schrauben an einem Fahrzeug auswendig kennen, werden das Spiel vermutlich in der Luft zerreisen, Arcade-Fans dagegen vor Freude die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Spätestens wenn der Satz „Ich bin Ken Block und das ist Colin McRae: Dirt2“ fällt, dürfte so manche Kritik verblassen.
Stylisch: Das Hauptmenü
 Cool: Das Hauptmenü Bevor ihr euch hinters Lenkrad setzt, erwartet euch das wohl schönste Hauptmenü, das man bislang in einem Rennspiel gesehen hat. Was GRID und CMR: DIRT1 noch zaghaft andeuteten, findet sich in DIRT 2 in Perfektion wieder. Ein alter Wohnwagen dient als „Kommandozentrale“ – bereits hier merkt man, es hat sich einiges an der Serie geändert. Die Menüpunkte sind aber nicht einfach nur aneinandergereiht, sie sind vielmehr Teil des heruntergekommenen und grungigen Looks. Auf einem Fernseher wechseln sich die angesagtesten Musikvideos mit den besten Szenen aus Colin McRae’s erfolgreicher WRC-Vergangenheit ab, auf einem Laptop läuft gerade das Hauptmenü des Vorgängerspiels „CMR: Dirt", überall hängen Andenken und Poster, die an den 2007 verstorbenen Rallye-Weltmeister erinnern. Draußen vor dem Wohnwagen tobt der Rennzirkus, Fahnen wehen, ein geschäftiges Treiben von Mechanikern und Publikum bringt glaubhaft die Rallyeatmosphäre rüber. Natürlich immer im passenden Look des Landes, in dem ihr euch gerade befindet. Einzigartig!
Ab nach oben: Die DIRT-Tour
Die Welt umrunden – wer möchte das nicht auch gerne mal tun. Einmal von der Westküste der USA über den atlantischen und indischen Ozean bis hinüber in das Land des Lächelns nach Japan und China. In Dirt2 wird dieser Wunsch Realität. Eure Events sind quer über den Globus verstreut , dazu gehören Länder wie die USA, die mit Los Angeles und Utah gleich zwei Austragungsorte stellen, Mexiko (Baja-California) Kroatien, London, Marokko, China, Japan und Malaysia. Der Abwechslung tut das auf jeden Fall gut. Während in Marokko und der Baja-Wüste auf trockenem und staubigem Untergrund gefahren wird, driftet man in Malaysia bei fast schon spürbarer Luftfeuchtigkeit durch den Regenwald, in Utah rauscht ihr dagegen durch eine atemberaubende Canyon-Landschaft. Abwechlungsreich!  Cockpit-Innenansicht
Damit bei der Weltumrundung keine Langeweile aufkommt, bietet euch Dirt2 ein motivierendes Aufstiegssystem. Für jedes gewonnene Rennen gibt es Geld und Punkte, je mehr ihr gewinnt, desto schneller könnt ihr Euch neue Fahrzeuge leisten. Zusätzlich sammelt ihr Erfahrungspunkte, was anhand eines Erfahrungszählers angezeigt wird. Je besser das Abschneiden bei einem Rennen, desto höher steigt der Level und desto mehr Einladungen zu neuen Rennen erhaltet ihr. Damit es am Anfang nicht unfair wird, ist der Weg nach oben in die drei Klassen Rookie, Pro und Allstar eingeteilt. Zu Beginn seid ihr nur für die Anfängerklasse zugelassen, später steigt ihr in die Pro- und Allstar-Klasse auf. Auch euer Fuhrpark muss dann entsprechend „umgerüstet“ werden. Habt ihr einen bestimmten Erfahrungslevel erreicht, werdet ihr außerdem zu den X-Games in die USA, nach Europa und nach Fernost eingeladen. Wer einfach nur mal testen möchte, wie sich ein Land „so anfühlt“, der kann in einem freien Rennen oder in einem Zeitfahren an den Start gehen. Und wem das noch nicht reicht, der kann die zig persönlichen Aufträge und Zielvorgaben, wie z.B. eine „bestimmte Anzahl Rennkilometer absolvieren“, „Drift-Kilometer hinter sich bringen“oder „Überschläge sammeln“, absolvieren.
Jetzt wird’s schmutzig: Die Events
Als Events stehen Euch neben der klassischen Rallye (ja es gibt sie noch) viele weitere coole Rennen wie z.B. Raid, Landrush, Rallycross und Trailblazer zur Verfügung. Während ihr bei der klassischen Rallye zeitversetzt über vorgegebene Etappen hetzt, fahrt oder besser gesagt driftet ihr beim Rallycross auf engen, teilweise asphaltierten Rundkursen gegen bis zu acht Mitfahrer. Ein Heidenspaß! Hochgeschwindigkeitsfreaks werden ihr Glück in der Trailblazer-Disziplin finden, bei der ihr volle Kanne mit eurem hochgezüchteten Rennboliden über lange und offene Einzeletappen fahrt. Kleiner Wehrmutstropfen gegenüber dem Vorgänger: Die Wüstenrennen mit tonnenschweren Lkw sind nicht mehr dabei.  Superb: Wasser- und Lichteffekte Dafür aber Spezialmodi wie z.B. Gate-Crusher, Domination oder Last-Man-Standing, bei denen ihr spezielle Ziele erreichen müsst. Beim Gate crushen geht es darum, gegen die Uhr Styroportore umzufahren und dafür einen Zeitbonus zu erhalten, der Eure Zeit wieder auffüllt. Beim Last-Man-Standing-Rennen scheidet immer der letzte Fahrer nach Ablauf eines Countdowns aus. Nichts für Hinterbänkler!
Ein Freund, ein guter Freund
Ken Block, Travis Pastrana, Dave Mirra – bei Dirt2 geben sich die Stars aus Motocross-, Rallye- und Freestyle-Szene die Klinke in die Hand. Das passt einfach zum Spiel und verleiht dem ganzen einen glaubwürdigen Charakter. Viele der Stars standen Codemasters bei der Entwicklung des Spiels zur Seite. Was allerdings nicht hätte sein müssen, sind die nervigen Kommentare, die manchmal während und nach einem Rennen zum Besten gegeben werden. Als Spieler pflegt ihr Freundschaften zu den Stars. Hat man am Anfang „nur von Euch gehört“, fordern euch Pastrana & Co. nach einiger Zeit zum Duell heraus. Bei diversen Team-Events könnt ihr einen Star wählen, der euch während des Rennens unterstützt. Die Künstliche Intelligenz kann in verschiedene Schwierigkeitsgrade eingestellt werden, trotzdem neigen eure Mitstreiter immer wieder zum rempeln, was gerade am Anfang eines Rennens, bei dem man sich von Platz 8 nach vorne kämpfen muss, etwas nervt.
Zurück in die Vergangenheit: Die Rückblenden
Ihr seid bis zur letzten Kurve auf Bestzeitkurs und dann ausgerechnet eckt ihr mit eurer Karre irgendwo an. In jedem anderen Spiel müsste man genervt das Rennen noch mal neu starten, nicht in Dirt2. Mit dem Rückblenden-Feature spult ihr die Zeit einfach bis kurz vor den Fahrfehler zurück und nehmt die Kurve mit Bravour. Das Zeitreisen-Feature gehört bei den Codemasters-Spielen mittlerweile zum Serienstandard – eine tolle Sache. Lediglich auf dem höchsten aller Schwierigkeitsgrade dürft ihr nicht mehr zurückspulen, auf dem niedrigsten stehen euch dagegen vier „Zeitreisen“ zur Verfügung.
Richtig nette Hupen: Die FahrzeugeOh mein Gott! Was ist das denn? Gebaumel am Rückspiegel und Rumgefummel an den Hupen? Naja OK, wer’s braucht. Wer dabei jetzt an was Unanständiges  Flora und Fauna denkt, dem kann ich leider nicht weiterhelfen. Jedenfalls könnt ihr für euren Fuhrpark jetzt jede Menge „abgefahrenen Plastik-Schnickschnack" fürs Armaturenbrett erwerben. Außerdem mit den entsprechenden Erfahrungspunkten erhältlich: Speziallackierungen und Hupen-Packs. Achja und Fahrzeuge gibt es auch noch – insgesamt 24. An erster Stelle natürlich Colin McRaes R4, Subaru Impreza, Mitsubishi Lancer, BMW Z4, dazu diverse Buggys und Pick-Up-Trucks wie beispielsweise den Hummer H3 oder den VW Race Touareg. Für Rallyecross,- Rallye- und Trailblazer-Fahrzeuge steht jeweils ein Umrüstpaket bereit, damit das entsprechende Rennen damit absolviert werden kann. Auch das Schadensmodell der Fahrzeuge kann sich wieder sehen lassen. An allen Ecken und Enden splittert, bricht und kracht es physikalisch korrekt – auch die Wunderbremse aus dem Vorgänger ist Geschichte. Die Fahrzeuge steuern sich sehr präzise mit einem Hang zum Driften. Und noch ein Relikt aus alten Colin-Zeiten: Rumgeschraubt werden darf am Fahrzeug natürlich auch wieder – wenn auch nicht so ausgiebig, wie in den früheren Teilen. Getriebeübersetzung, Radaufhängung oder Bodenfreiheit werden nun in fünf Stufen, z.B. von hart bis weich, eingestellt. Und auch die Ansagen des Beifahrers lassen sich klassisch (Kurvenschwierigkeit wird mit Ziffern 1 bis 6 angesagt) oder modern („leichte Linkskurve) einstellen.
Dröhnende Motoren und umwerfende Landschaften: Die Technik
Die Grafik von Dirt2 ist eine Augenweide. Die aufgebohrte EGO-Grafikengine zaubert wunderschöne Landschaften und Fahrzeuge in HD-Optik auf den Bildschirm – offene Münder sind garantiert. Dabei bleibt das Spiel auch auf älteren PCs stets ein flüssiges Vergnügen. Die PC-Version beansprucht zudem den Technologievorsprung gegenüber den Konsolenversionen für sich. Als eines der ersten Spiele unterstützt Dirt2 Microsofts neueste  Malaysia Grafikschnittstelle DirectX11, was unter anderem an realistischeren Spiegelungen und Wassereffekten, einem glaubwürdig agierenden Streckenpublikum und schöner im Wind wehenden Fahnen sichtbar wird. Beim Sound setzt Codemasters auf die Rapture-3D-Engine, welche für die richtige audiophile Unterstützung sorgt. Motoren dröhnen, Turbolader pfeifen, in den Stadien tobt das Publikum. Der Sound ist Balsam für die Ohren. Und das in bestem Surround-Sound. Perfektioniert wird das ganze noch durch den spitzenmäßigen rockigen Soundtrack, zu dem Künstler wie Rise Against, Prodigy, Deichkind und The Subways beigetragen haben.
Multiplayer und Games-for-Windows-Live
Wer mit dem Singleplayer durch ist, kann sich in Online-Rennen gegen menschliche Fahrer messen. Dirt2 unterstützt sowohl Internet- als auch LAN-Spiele. Zum Spielen des Spiels wird ein Games-for-Windows-Account benötigt. Wer diesen bereits besitzt kann sofort loslegen.
FAZIT
Ich geb’s zu: Anfangs war ich skeptisch. Grunge-Look für die Colin-Serie? Ob das gut geht? Mittlerweile hat mich das Spiel richtig gefesselt. Codemasters ist mit Dirt2 erneut ein tolles Rennspiel gelungen, welches einerseits noch immer den Bezug zu Colin McRae herstellt, andererseits aber völlig neu wirkt. Klassische Tugenden wie „gute Spielbarkeit“ und „Einsteigerfreundlichkeit“ zeichnen auch den aktuellen Spross der Serie erneut aus. Echten Colin-Veteranen, die Wert auf eine schraubengenaue Simulation legen, würde ich das Spiel zwar weniger empfehlen, alle anderen können bedenkenlos zugreifen. Wer Rallyspiele vom Schlage eines Richard Burns Rally gewohnt ist, sollte sowieso die Finger davon lassen - zu groß würde vermutlich der Kulturschock ausfallen. Doch Vorsicht: Wer glaubt, mit Dirt2 ein reinrassiges Arcade-Game zu erwerben, der sollte sich mal die höchste Schwierigkeitsstufe „Hardcore“ vornehmen – in dieser Stufe verleugnet Dirt2 seine Wurzeln nämlich ganz und gar nicht. Etwas Kritik müssen wir allerdings auch diesmal wieder loswerden: Auch wenn es vielleicht nicht zum staubigen Charakter des Spiels passt, aber es fehlen nach wie vor Rennen bei Regen, Schnee und Eis. Und: Für eine eventuelle Fortsetzung dürfen es ruhig wieder mehr klassische Rallye-Wettbewerbe sein. Trotzdem: Ein trendiges, stilsicheres und optisch wie akustisch beeindruckendes Spiel, das im PC-Bereich weiterhin als Offroad-Referenz angesehen werden darf. Colin McRae hätte mit Sicherheit seine Freude daran.
Technische Angaben
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Sprache: Deutsch
- Installation: DVD, ca. 10 GB Festplattenspeicher + Games-for-Windows-Live-Account
- CPU: Minimum Intel P4 3,0 GHz/AMD Athlon 64 3400+ | Empfohlen: Intel Core i7/AMD Phenom II
- RAM: Minimum: 1 GB (Win XP), 2 GB (Vista) | Empfohlen: 3 GB
- Grafik: Minimum: ATi 1500-Serie/nVidiaGF 6800 | Empfohlen: ATi HD 5700-Serie (DX11)
- Lieferumfang: Datenträger, Handbuch (Deutsch)
Testsystem: Intel Core2Duo E6750, 4 GB RAM, GF 8800 GTS/640, Windows 7 Prof.
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Pro
+ Ausgezeichnete, flüssige Grafik
+ Super Soundtrack
+ Tolle Motorengeräusche
+ Motivierendes Event-System
+ Stylisches Spiel-Design
+ Eingängiges Fahrmodell
+ Leichte Zugänglichkeit
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Contra
- Keine Rennen bei Regen, Schnee und Eis
- Wenig klassische Rallye-Events
- K.I. neigt etwas zum Rempeln
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Sonstiges
- Eine Demo zum Probespielen ist verfügbar
- Das Spiel ist auch für XBox360 und Playstation 3 erhätlich
- Es ist eine Collectors Edition erhältlich (ca. 60 Euro für PC)
- Offizielle Website: http://www.dirt2game.com/
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