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 Heroes of Newerth - Beta Review
Mit dem Segen des Erfinders "IceFrog" schickt sich S2 Games an, die wohl beliebteste Warcraft 3 Multiplayer-Modifikation "Defence of the Ancients" (kurz: DOTA) in die Neuzeit zu heben. Wer DOTA bereits kennt, wird mit Heroes of Newerth (kurz: HoN) sofort glücklich. Doch auch für jeden, der Echtzeitstrategie mag und Teamplay einmal neu erleben will, ist dieser neu aufgesetzte Vollpreistitel einen Blick (und den Kauf) wert.
Wir haben einen Key für die weit fortgeschrittene Open Beta ergattert und diese ausführlich angespielt. Unsere Eindrücke teilen wir Euch in diesem Beta-Review mit.
Was ist eigentlich DOTA?
 Altes DOTA-Spielprinzip, komplett neue Spielgrafiken Um "Heroes of Newerth" zu erklären, muss man etwas weiter ausholen.
Vater der Spielmechanik ist ursprünglich die Warcraft3-Engine. Die
erlaubte - dank mächtigem Editor - durchaus auch Spielmodi abseits der
üblichen Echtzeit-Strategiepfade. Fans konstruierten mit diesem
Werkzeug zahlreiche eigene Werke, die teils Rollenspielpfade oder sogar
völlig genrefremde Welten betraten. Die wohl beliebteste kostenlose
Erweiterung nannte sich damals "Defence of the Ancients" und erfreut
sich bis heute noch größter Beliebtheit.
Doch worum geht es in DOTA (und dessen fast identischem Nachfolger
"Heroes of Newerth") nun genau? Kurz gesagt beschreibt der Begriff
"Echtzeit-Team-Deathmatch" das Spiel wohl am besten. Das Spielfeld ist
in zwei Lager unterteilt und Ihr habt das Ziel, das gegnerische
Hauptgebäude auszuschalten. Dazu steuert nach Ihr (nach wie vor in
isometrischer Ansicht) einen von über 50 wählbaren Helden. Die übrigen
Einheiten der zwei Fraktionen werden komplett vom Computer übernommen
und stürmen in Wellen automatisch aufeinander ein.
Was für sich allein genommen nun recht langweilig klingt, bekommt
durch die Tatsache, dass jeder Held über grundverschiedene Fähigkeiten
verfügt eine gewaltige strategische Tiefe. Jedes Team setzt sich dabei
aus bis zu fünf Spielern und ihren Helden zusammen. Die daraus
resultierenden Kombinationen erlauben zahlreiche Kniffe und fiese
Tricks. Unterteilt werden die Helden dabei nach den drei Basiswerten
"Stärke" (Tanks, die viel Einstecken), "Agilität" (Verschlagene aber
meist fragile Charaktere) und "Intelligenz" (Supporter mit mächtigen
Sprüchen). Um diesen Rollenspielcharakter zu unterstreichen gibt's
zudem noch hunderte verschiedener Items, die helfen, den eigenen Helden
(und Spielstil) zu individualisieren. Das dafür notwendige Gold (und XP
für den Levelaufstieg) gewinnt man durch Erlegen feindlicher Spieler
und deren NPC-Armee.
 Stimmungsvolle Einblendungen und Sprachsamples wie in UT lockern das Geschehen humorvoll auf Da man aber auch Gold verliert, wenn der eigene Held stirbt, ist das
Gameplay sehr flott und adrenalingeladen. Es gilt eine einfache Regel:
wer viel und alleine kämpft, muss die XP und das Gold nicht mit anderen
Helden teilen. Dementsprechend levelt der eigene Held auch schneller
hoch und bekommt dadurch auf Dauer einen Überlegenheitsvorteil. Aber
Obacht: Rambos und Solisten haben in diesem Spiel dennoch kaum eine
Chance, denn schnell wird man bei zu forschem Vordringen von
gegnerischen Helden in die Zange genommen. Wer also Alleingänge
startet, findet sich schneller am heimischen Friedhof wieder, als er
"Hilfe!" schreien kann.
Level-Ups, Items, XP - wer jetzt fürchtet, dass HoN schon zu stark
in Rollenspiel-Bereiche abdriftet, darf beruhigt sein. Alle Matches
beginnen bei Helden-Level 1, enden bei Maximallevel 25 und sind in der
Regel binnen 30-45 Minuten gelaufen. Frustmomente entstehen in der
bisherigen Betaphase nur dann, wenn unvorsichtige Spieler den Gegner
durch unüberlegte Aktionen (Siehe Rambo) mit Gold und XP füttern. Die
Macher S2 Games bemühen sich aber, diesem Frust mit diversen neuen
Mechaniken entgegenzuwirken, die im Folgenden näher erläutert werden.
Was gibt's überhaupt Neues?
Wer das gute, aber auch betagte Warcraft 3 gespielt hat, kennt
dessen Schwächen zu genau. Die Grafik ist mittlerweile altbacken und
die Netzwerkengine erlaubt kein erneutes Beitreten in ein bereits
laufendes Spiel - und zwar auch nicht nach einer versehentlichen
Trennung vom Internet. Dadurch, dass Spieler in Blizzard's Battle.net
die Matches selbst hosten müssen, ist bei einem Spielabbruch durch den
Gastgeber auch automatisch das Spiel vom Netz. Hinzu kommt, dass für
eine damalige "DOTA"-Session eine leistungsstarke Internetanbindung
vonnöten war - sonst hatten alle beteiligten konstante Lags und Ruckler.
 Bei über 50 Helden ist für jeden Spielstil etwas dabei. Sonderregeln können die Auswahl eingrenzen, um unfaire Kombinationen auszuhebeln Heroes of Newerth versucht all diese Schwächen endlich auszumerzen.
Und: es kann bereits an dieser Stelle gesagt werden, dass die kreativen
Köpfe von S2 Games dabei großartige Arbeit leisten. Bereits beim ersten
Start der HoN-Beta fällt die liebevoll gestaltete und flüssige
Menügrafik ins Auge. Alle erstellen Spiele werden auf den Servern der
Hersteller gehostet und laufen nach bisherigen Erfahrungen fast lagfrei
ab. Hinzu kommen moderne Features wie Freundeslisten, Voicechat und
eine komfortable Verwaltung der eigenen Tastenkonfiguration hin bis zur
kleinsten Taste - alles Dinge, die Warcraft 3 damals noch nicht kannte.
Tritt man dann einem Spiel bei, erkennt man sofort die nächsten
Verbesserungen: Per "Public Skill Rating" (PSR) werden Spieler nach
ihrem Können numerisch eingestuft und Teams entsprechend ausbalanciert.
Auf Wunsch lassen sich sogar Spiele erstellen, die ausnahmslos Neulinge
oder Profis erlauben. Auch die berühmt-berüchtigten "Leaver" - Spieler,
die gerne mal ein Match vorzeitig verlassen und so ihrem gesamten Team
große Nachteile verschaffen - bekam S2 Games perfekt in den Griff. Wer
sich jetzt unerlaubt aus einem Spiel entfernt, bekommt einen
entsprechenden Vermerk in seinem Account verpasst und kann bei mehrfach
auffälligem Verhalten von zukünftigen Matches vorneweg ausgeschlossen
werden.
Natürlich kann so ein Spielrausschmiss auch gewollt oder
unbeabsichtigt geschehen. Sollte mal eine böse Spielernatur ein Match
beabsichtigt stören, können die anderen Spieler ihn per Abstimmung
hinauskomplimentieren. Ebenso kann man per Votum ein verloren
geglaubtes Spiel vorzeitig aufgeben. Wird man einmal ungewollt vom
Match getrennt, erlaubt HoN eine begrenzte "Rückkehrfrist" ohne Strafe.
Diese Mechaniken sind geradezu vorbildlich gelöst und sollten zum
Standard im Genre gehören.
Und wie spielt es sich nun?
 Die Konzeptgrafiken und Ladescreens zeigen, dass S2 Games viel Arbeit in dieses Spiel steckt Wer sich Screenshots aus HoN ansieht, bemerkt sofort die
detaillierte, farbenfrohe und bunte Grafik. Alle Helden haben eine gute
Vertonung und verfügen über sehr lebensechte und flüssige Animationen.
Auch die Spielwelt selbst ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet: da
schwimmen Aale und Forellen durchs Wasser und schwarzer Teer fließt
weich animiert in eine stimmungsvoll beleuchtete Grube. Die
Heldenzauber verfügen über sehr nette Licht und Verzerrungseffekte, was
hin und wieder aber auch zu Lasten der Übersicht gehen kann. Dennoch
bleibt immer der Eindruck, dass ein mächtiger Zauber auch wirklich so
fulminant aussieht, wie er (in großzügig betexteten Tooltipps)
beschrieben wird.
Das Beste ist aber, dass die Engine trotz Betastatus nicht nur
schöne, sondern auch flüssige Bilder produziert. Lags kommen nur in
höchst seltenen Fällen (kurz) vor und auch auf betagten Maschinen mit
Dual-Core-Prozessor geht die Framerate trotz riesiger Effekt-Lightshow
nie in die Knie.
Fazit
Heroes of Newerth ist für die angesetzten 30$ zwar kein Schnäppchen,
bietet aber gegenüber dem betagten DOTA viele neue und sinnvolle
Änderungen. Der Hersteller ist fleißig dabei, die Kritik und Wünsche
der Community umzusetzen und das Spiel nachhaltig und sinnvoll zu
erweitern. Die Liebe zum Detail sieht man diesem Titel in jedem Pixel
an. HoN ist damit nicht nur für DOTA-Fans sondern für Neueinsteiger
interessant. In jedem Falle werkelt S2 Games an einem kurzweiligen und
erfrischend anderem Multiplayer-Erlebnis, das jeder Echtzeitstratege
mal erlebt haben sollte. Anbetracht des schon sehr fortgeschrittenen
Standes der Open Beta darf damit gerechnet werden, dass ein Release
schon sehr bald ansteht.
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Pro
+ Stimmungsvolle Grafik
+ Solide Synchronisierung
+ Humorvolle und liebevolle Umsetzung
+ Sinnvolle Erweiterung zu DOTA
+ Viele Helden zur Auswahl
+ Faires Matchmaking-System
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Contra
- Preis etwas zu hoch gegriffen
- (Noch) zu wenig wirkliche Gameplay-Neuerungen gegenüber DOTA
- Zu Beginn noch gewöhnungsbedürftig für Neulinge und Umsteiger
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Sonstiges
- Derzeit noch Open Beta mit Invite-Key-Vergabe
- Per Vorbestellung in der Beta spielbar
- Standalone-Titel, kein Warcraft 3 mehr erforderlich
- Offizielle Website: http://www.heroesofnewerth.com
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