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Prey > Angespielt
(4 Stimmen)
Was passiert wenn sich der Wilde Westen und Science Fiction treffen?
Die Antwort auf diese Frage geben 2k Games mit ihrem neuen Ego-Shooter
Prey. Der Cherokee Indianer Tommy, in dessen Rolle der Spieler schlüpft hält
nicht viel von Traditionen und hat genug vom Leben im Reservat, als eines
Tages er und seine Freundin Jen mitsamt ihrer Bar von einem
Alien-Raumschiff verschlungen wird. Tommy gelingt die Flucht und er begibt
sich natürlich sofort auf die Suche nach seiner Angebeteten.

So wird der Spieler in die Welt von Prey eingeführt, so dass er sich von
Anfang an mitgerissen fühlt. Innerhalb des Raumschiffs trifft Tommy auf
verschiedenste Aliens in allen Größen und Formen, die der Rothaut immer
wieder ans Leder wollen. Bahnt sich unser Held anfangs noch mit einer
Rohrzange (die ohne Zweifel der Half-Life Brechstange nachemfpunden ist)
den Weg durch den Bauch des Schiffes, so wird das Waffenarsenal mit einigen
Klassikern, wie z.B. dem Raketenwerfer, aber auch einigen in meinen Augen
innovationen neuen Waffen erweitert. Zu diesen zählen unter anderem eine
Art Plasma-Gun, die sich an bestimmten Punkten im Schiff mit Munition
vollsaugen kann - je nach Art der Befüllung verschießt diese dann
Feuerbälle, eisige Nebel oder Blitze. Insgesamt ist das Waffenarsenal ein
bisschen klein aber dafür übersichtlich.

Storytechnisch erscheint mir Prey bis jetzt ein wenig dünn, aber erwartet
man so etwas von einem Ego-Shooter? Allerdings fühlt sich der Spieler doch eng
mit der Hauptperson verbunden, denn Tommy lässt relativ viele Monologe von
sich, die (zum Glück) im englischen Originalton gelassen wurden. Deutsche
Untertitel sind natürlich vorhanden.

Doch was unterscheidet Prey von anderen Titeln des Genres?
Die Spielwelt: Das Raumschiff ist wirklich gut gelungen, egal ob tief unten
in Belüftungsschächten oder an der Oberfläche des Schiffes. Die Unreal 3
Engine zeigt bei Prey deutlich, was sie zu bieten hat. Neben genialen Licht
und Physikeffekten, ist es dem Spieler in Prey erlaubt sprichwörtlich an
die Decke zu gehen. Die gesamte Spielwelt lässt sich damit komplett anders
erschließen und es erlaubt ganz neue Arten von Rätseln, die es in Prey
häufiger gibt. Schießereien und Knobeleien finden eine gute Mischung und
machen das Spiel wirklich innovativ.

Der Held: Tommy lernt im Verlauf des Spiels seine Seele von seinem Körper
zu lösen, um auf eine immaterielle Ebene zu wechseln, in der er mit Pfeil
und Bogen auf die Alienjagd geht. Seiner Seele ist es erlaubt Kraftfelder
zu passieren oder durchs Feuer zu gehen. Außerdem ist Tommy sozusagen
unsterblich. Nach seinem Ableben landet seine Seele in einer "Arena" in der
er kleine Geister mit dem Pfeil erlegen kann, um seine Lebensenergie
aufzufüllen. Nun mag man denken: "Ego-Shooter mit God-Mode? Langweilig" Ist
es aber nicht, denn sie werden in Prey sterben - immer und immer wieder...

Die Physik: Seit Half-Life 2 ist die Physik in Shootern ja ein gängiges
Mittel um Effekte noch eindrucksvoller zu machen. In Prey wird die Physik
ständig auf den Kopf gestellt und man fragt sich wirklich "wo bin ich hier
eigentlich?" Ein kleines Beispiel gefällig?
Tommy steht vor einem Glaskasten mit einer tennisballgroßen Kugel im
Inneren. Daneben steht eine Kiste in die man kriechen kann, um auf der
anderen Seite der Kiste plötzlich festzustellen, dass man geschrumpft auf
der eben betrachteten Kugel ist und nun von außen von blutrünstigen Aliens
betrachtet wird. Einfach nur irre.

Fazit:
Kriegsbemalung aufsetzen und hinein ins Abenteuer.
Wer Half-Life oder Far Cry mochte, wird Prey mindestens genauso mögen. Der
Titel setzt wirklich neue Maßstäbe, weil es so eine einzigartige Spielwelt
wirklich noch nie gegeben hat. Über die Spieldauer kann ich noch keine
Auskunft geben, allerdings wird nach dem Durchspielen der zweite
Schwierigkeitsgrad, der so genannte Cherokee-Mode, freigeschaltet, der
zumindest laut Herstellerangaben um einiges schwieriger sein soll.
Ein kleine Wermutstropfen: Wer sich auf heiße Über-Kopf-Gefechte im LAN
oder Internet gefreut hat wird von Prey leider ein wenig enttäuscht. Nur 8
Maps und 2 Spielmodi (Deathmatch/Teamdeathmatch) beinhaltet der
Multiplayer-Mode.
 
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