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World of Warcraft Special #4 - Patch 3.0 und Betatest
(1 Stimme)
Geschrieben von Feanarth

Der große Content Patch 3.0.2 – unter World of Warcraft Fans besser bekannt als »Echoes of Doom« wurde am Mittwoch auf die Server aufgespielt. Wie schon damals vor dem ersten Addon »The Burning Crusade« herrscht das zu erwartende technische wie spielerisches Chaos. Die Server sind oft überlastet, Fähigkeiten stark über- oder unterpowert (sprich: zu stark oder schwach) und vieles – sogar SEHR vieles – wurde an der Spielmechanik grundlegend umgekrempelt. Erfahrungsgemäß ist dies auch die beste Zeit, um auf die sich glättenden Wogen zu warten.

Daher habe ich die Zeit genutzt, um endlich meinen Beta Account zu befeuern und die storylastige Kampagne des Todesritters zu erleben. Meine Erfahrungen mit dieser wirklich gut designten Klasse möchte ich in diesem reich bebilderten Special mit Euch teilen. Dabei gehe ich auch gleichzeitig auf die spielerischen Neuerungen des nächsten Addons ein. Viel Spaß beim Lesen.

Mein neues Leben im Reich der Toten

Aller Anfang ist Tod - Ein Tauren Todesritter wird erstellt
Aller Anfang ist Tod - Ein Tauren Todesritter wird erstellt
Der Todesritter ist sicherlich eine der größten Neuerungen im kommenden Addon »Wrath of the Lich King«. An Blizzard selbst stellt er sicherlich eine große Herausforderung an das Balancing der nun insgesamt zehn spielbaren Klassen dar. In derzeitigen Betatests hört man derzeit von einem viel zu starken Schadensoutput des Todesritters. Jedoch ist das keine Einzelheit und nichts, was sich bis zum Release des Addons noch anpassen ließe. Auf dem Startlevel 55 war davon nicht viel zu merken: Der Todesritter kommt als Schadens-Tank-Hybrid zwar mit mehreren Gegnern gleichzeitig klar, stirbt aber trotzdem wie jede andere Klasse auch. Und gleich das positive an der neuen Klasse vorweg: Sie spielt sich erfrischend anders, hebt sich von den bisherigen Klassen ab.

Der Start mit dem toten Kollegen, in meinem Fall fiel die Wahl auf einen stämmigen Tauren, ist bereits sehr originell inszeniert.

Morbide - Eure Ausgangsbasis weckt Erinnerungen an 60er Zeiten
Morbide - Eure Ausgangsbasis weckt Erinnerungen an 60er Zeiten
Gleich zu Beginn fällt der Blick eurer blau leuchtenden Augen auf Prinz Arthas höchstpersönlich, welcher Euch gleich mit den ersten Aufgaben eindeckt. Dazu zählt auch ein Besuch bei „Instrukteur Razuvious“, auch bekannt als Boss in der alten Raid-Instanz »Naxxramas«. Kenner werden in der Start-Zitadelle generell viele lustige Momente erleben, denn ihr werdet den einen oder anderen ehemaligen „Feind“ nun als Questgeber oder Lehrer antreffen – und dessen dunkle, humorvolle Seite kennen lernen.

Nach dem Schmieden Eurer ersten Runenklinge und dem obligatorischen Stärkebeweis gegen andere Todesritter-Anwärter geht’s auch schon runter Richtung Neu-Avalon. Dabei handelt es sich um einen neu errichteten Stützpunkt des fanatischen Scharlachroten Ordens, welcher Eurem Gebieter Arthas natürlich ein Dorn im Auge ist.

 

Gute böse Quests

Frisch in der vorgezogenen Untoten-Basis angekommen, werdet ihr gleich mit diversen fiesen Aufträgen versehen. Hier bereits fällt auf, dass Blizzard sich gut überlegt hat, wie man die üblichen „hau 15 Mobs-Quests“ deutlich aufpeppen kann: Mit Story, dem neuen Phasing (einer Art Instanz für einen Spieler) und einer gehörigen Portion schwarzem Humor.

Mal richtig böse sein - aber auch gewissenlos?
Mal richtig böse sein - aber auch gewissenlos?
Gerade letzterer kommt nicht zu kurz, denn schnell merkt ihr, dass bei den Bösen nicht zwischen Soldaten und harmlosem und zitternden Dorfbewohnern unterschieden wird. Gerade solche Quests geben WoW eine völlig neue Richtung: Die der Gewissensfrage.


Die Quests überbieten sich teils in Sachen Bösartigkeit immer mehr: Ihr verwandelt Minenarbeiter in Ghoule, klaut Pferde um sie zu euren Untoten Armeen hinzuzufügen und metzelt hunderte Soldaten vom Rücken eures Drachen aus nieder. Richtig gelesen: In »WotLK« kämpft Ihr erstmals auf dem Rücken eines Drachen oder im Sitz eines Belagerungsfahrzeugs. Das Interface dafür wurde entsprechend angepasst und ist absolut simpel – stellenweise sogar ZU simpel - zu bedienen. Etwas mehr Komplexität hätte ich den Spielern hier schon zugetraut.

 

Von Krankheit und Seuchen

Wie spielt sich also der Todesritter nun in den ersten Quests? Die Antwort: Wie eine Mixtur aus Krieger und Hexenmeister. Ihr habt gleich zu Beginn ein paar Spezialschläge in Petto, die eurem Widersacher diverse Frost und Krankheitseffekte unter die virtuelle Haut jagen.

Das neue Interface bietet einige Verbesserungen
Das neue Interface bietet einige Verbesserungen
Eine Reihe Schläge wiederum heilt Euch für jede auf dem Ziel wirkende Krankheit oder fügt entsprechend mehr Schaden zu. Komplettiert wird das ganze von einer Reihe an Zaubersprüchen, die auf Entfernung gewirkt werden können, z.B. der aus Warcraft und vom Hexenmeister bekannte Todesmantel und ein Griff, der im schönsten Darth-Vader-Stil Gegner auf Schlagweite heranzieht. Die Effekte sind allesamt sehr wirkungsvoll und optisch beeindruckend inszeniert.

Die wirkliche Neuerung beim Todesritter sind jedoch nicht die Spezialeffekte, sondern die eigentlichen Kampfmechaniken. Statt Mana, Energie oder Wut benutzt der Todesritter Runenenergie, welche sich mit manchen Schlägen steigert und sich mit Spezialfähigkeiten wie dem Todesmantel aufbraucht. Neu sind auch die sechs Runen in der Hitpoint-Anzeige, welche jeweils für die Talentrichtungen Blut, Frost und Unheilig stehen. Jede Spezialfähigkeit „vebraucht“ eine dieser Runen, die sich dann erst wie eine Fähigkeit mit entsprechendem cooldown erneut auflädt. Da eure Fähigkeiten jeweils unterschiedliche Runen beanspruchen, verlangen die Kämpfe ein ordentliches Maß an Taktik.

Motivierend: Talentpunkte und ordentliche Questbelohnugen treiben Euch immer weiter an
Motivierend: Talentpunkte und ordentliche Questbelohnugen treiben Euch immer weiter an
Alles in Allem spielt sich das Runensystem originell anders und ist nach kurzer Einarbeitung leicht zu verstehen. Als Tank macht der Todesritter mit seinem Repertoire aus Auren, Krankheiten und Selbstheilungsfähigkeiten eine gute Figur. Letzere funktionieren aber meist nur im direkten Kampf, was Spielern eine sehr offensive Spielweise mit dem Todesritter mehr als nur nahelegt. Ein netter Zusatzfeature: Euer Todesritter starte trotz Anfangslevel 55 mit 0 Talentpunkten. Ihr verdient euch Talentpunkte über das lösen der Anfangsquests, was den Spieler zusätzlich motiviert, sich in die Mechaniken, Hintergrundgeschichte und Rolle des Todesritters hineinzuversetzen. Ganz Nebenbei gibt’s für selbige Quests auch alle Teile Eurer ersten blauen Rüstung, welche - einmal komplettiert - ziemlich klasse aussieht und mehr als nur eine gute Starthilfe auf den Weg Richtung Level 80 darstellt.

 

Die optischen Früchte Eurer Arbeit

Beispiel Phasing - Zusammen mit Arthas betrachtet Ihr Euer Werk der Zerstörung
Beispiel Phasing - Zusammen mit Arthas betrachtet Ihr Euer Werk der Zerstörung
Mit zunehmendem Fortschritt dürft Ihr nicht nur Euren Rüstungsstand bewundern, sondern merkt auch während Eurer Quests, wie das Land nach und nach dem Tod anheim fällt. Wo vorher noch grüne Bäume wuchsen, ist die Erde auf einmal verdorrt. Asche rieselt vom Himmel, welcher selbst bereits eine blutrote Farbe angenommen hat und Leichen übersähen den Boden. All diese Veränderungen geschehen unmerklich und sind dabei nur für Euch selbst sichtbar – einen Mechanik, die Blizzard „Phasing“ getauft hat und in »WotLK« öfters zum Einsatz bringen will. Vorteil der Aktion: Ihr habt ein intensiveres Spielerlebnis, und nehmt direkt Einfluss auf die Welt, ohne dabei das Spielerlebnis für andere Spieler zu zerstören oder gar zu „spoilern“. In meinen Augen eine sehr gute Lösung.

 

Analyse, Fazit und Ausblick

Das Ende der Todesritter-Kampagne ist sehr überraschend und großartig inszeniert
Das Ende der Todesritter-Kampagne ist sehr überraschend und großartig inszeniert
Kurz gesagt: Der Todesritter machte mir eine Menge Spaß und ich werde zum Addon definitiv diese Klasse spielen. Die zahlreichen Änderungen wie z.B. das Phasing, neue dynamische Schatten und ein komplett überarbeitetes grafisches Interface zeigen, dass WoW immer noch den MMORPG-Ton in Sachen guter Spielbarkeit und Atmosphäre vorgibt. Die neuen Talentbäume sind bereits mit dem kürzlich erschienenen Patch zugänglich und sorgen in Kombination mit den Zahlreichen Balance-Änderungen für reichlich Tumult in der Community. Es bleibt zu hoffen, dass Blizzard die größten Ungereimtheiten bis zum Start des Addons beseitig. Man muss aber auch zugestehen, dass mit einer komplett neuen Klasse sowie der grundlegend geänderten Spielmechanik auch viele Variablen gleichzeitig beeinflusst werden – ein gewagter Schritt also.

Reittiere wie dieser Drache werden PVP Schlachten eine neue Richtung geben
Reittiere wie dieser Drache werden PVP Schlachten eine neue Richtung geben
Den neuen Todesritter ausführlich zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Die Klasse spielt sich sehr vielseitig und bringt viele einzigartige Fähigkeiten mit, die auch im Teamplay gut zur Geltung kommen dürften. Die Story und Einführung des Todesritters gehört zum Besten, was in drei Jahren WoW questtechnisch erleben durfte. Die Entwickler von Blizzard zeigen, dass sie aus den Fehlern des ersten Addons gelernt haben. Sollten wirklich alle Quests im kommenden Addon auf diesem hohen Niveau liegen, kann man sich auf den »Zorn des Lichkönigs« wirklich freuen. Jedenfalls ist es erfreulich, dass mit den neuem Schriftsteller-Beruf sowie zahlreichen neuen Komfortfeatures wie auswechselbaren Talentbäumen auf das Feedback der Fans – und den damit verbundenen Rufen nach mehr spielerischer Individualität – ganz konkret eingegangen wird. Bleibt nur zu hoffen, dass die zahlreichen anderen Neuerungen (Offene Schlachtfelder und Belagerungen) sich wirklich so gut spielen wie sie bisher in den Ankündigungen klingen. Ich für meinen Teil bin gespannt und verharre noch einen Monat der Dinge, die kommen mögen.

Wrath of the Lichking - die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick

  • Phasing - Nahtlose Weltänderungen und individuelle grafische Gestaltung für jeden Spieler 
  • Der Todesritter als komplett neue Heldenklasse
  • Neuer Beruf: Schriftgelerte, kann Talente der Klassen dauerhaft verbessern
  • Grafische Verbesserungen wie z.B. Schattenwurf
  • Open PVP mit Reittieren und Belagerungsmaschinen
  • Neue Talentbäume und Fähigkeiten für alle Klassen. Stark geänderte Buffmechaniken

 

 

 
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