|
Der große Content Patch 3.0.2 – unter World of Warcraft Fans besser bekannt als »Echoes of Doom« wurde am Mittwoch auf die Server aufgespielt. Wie schon damals vor dem ersten Addon »The Burning Crusade« herrscht das zu erwartende technische wie spielerisches Chaos. Die Server sind oft überlastet, Fähigkeiten stark über- oder unterpowert (sprich: zu stark oder schwach) und vieles – sogar SEHR vieles – wurde an der Spielmechanik grundlegend umgekrempelt. Erfahrungsgemäß ist dies auch die beste Zeit, um auf die sich glättenden Wogen zu warten.
Daher habe ich die Zeit genutzt, um endlich meinen Beta Account zu befeuern und die storylastige Kampagne des Todesritters zu erleben. Meine Erfahrungen mit dieser wirklich gut designten Klasse möchte ich in diesem reich bebilderten Special mit Euch teilen. Dabei gehe ich auch gleichzeitig auf die spielerischen Neuerungen des nächsten Addons ein. Viel Spaß beim Lesen.
Mein neues Leben im Reich der Toten
 Aller Anfang ist Tod - Ein Tauren Todesritter wird erstellt Der Todesritter ist sicherlich eine der größten Neuerungen im
kommenden Addon »Wrath of the Lich King«. An Blizzard selbst stellt er
sicherlich eine große Herausforderung an das Balancing der nun
insgesamt zehn spielbaren
Klassen dar. In derzeitigen Betatests hört man derzeit von einem viel
zu starken Schadensoutput des Todesritters. Jedoch ist das keine
Einzelheit und nichts, was sich bis zum Release des Addons noch
anpassen ließe. Auf dem Startlevel 55 war davon nicht viel zu merken:
Der Todesritter kommt als Schadens-Tank-Hybrid zwar mit mehreren
Gegnern gleichzeitig klar, stirbt aber trotzdem wie jede andere Klasse
auch. Und gleich das positive an der neuen Klasse vorweg: Sie spielt
sich erfrischend anders, hebt sich von den bisherigen Klassen ab.
Der Start mit dem toten Kollegen, in meinem Fall fiel die Wahl auf
einen stämmigen Tauren, ist bereits sehr originell inszeniert.  Morbide - Eure Ausgangsbasis weckt Erinnerungen an 60er Zeiten Gleich
zu Beginn fällt der Blick eurer blau leuchtenden Augen auf Prinz Arthas
höchstpersönlich, welcher Euch gleich mit den ersten Aufgaben eindeckt.
Dazu zählt auch ein Besuch bei „Instrukteur Razuvious“, auch bekannt
als Boss in der alten Raid-Instanz »Naxxramas«. Kenner werden in der
Start-Zitadelle generell viele lustige Momente erleben, denn ihr werdet
den einen oder anderen ehemaligen „Feind“ nun als Questgeber oder
Lehrer antreffen – und dessen dunkle, humorvolle Seite kennen lernen.
Nach dem Schmieden Eurer ersten Runenklinge und dem obligatorischen
Stärkebeweis gegen andere Todesritter-Anwärter geht’s auch schon runter
Richtung Neu-Avalon. Dabei handelt es sich um einen neu errichteten
Stützpunkt des fanatischen Scharlachroten Ordens, welcher Eurem
Gebieter Arthas natürlich ein Dorn im Auge ist.
Gute böse Quests
Frisch in der vorgezogenen Untoten-Basis angekommen, werdet ihr
gleich mit diversen fiesen Aufträgen versehen. Hier bereits fällt auf,
dass Blizzard sich gut überlegt hat, wie man die üblichen „hau 15
Mobs-Quests“ deutlich aufpeppen kann: Mit Story, dem neuen Phasing
(einer Art Instanz für einen Spieler) und einer gehörigen Portion
schwarzem Humor.  Mal richtig böse sein - aber auch gewissenlos? Gerade letzterer kommt nicht zu kurz, denn schnell
merkt ihr, dass bei den Bösen nicht zwischen Soldaten und harmlosem und
zitternden Dorfbewohnern unterschieden wird. Gerade solche Quests geben
WoW eine völlig neue Richtung: Die der Gewissensfrage.
Die Quests überbieten sich teils in Sachen Bösartigkeit immer mehr: Ihr verwandelt
Minenarbeiter in Ghoule, klaut Pferde um sie zu euren Untoten Armeen
hinzuzufügen und metzelt hunderte Soldaten vom Rücken eures Drachen aus
nieder. Richtig gelesen: In »WotLK« kämpft Ihr erstmals auf dem Rücken eines Drachen oder im Sitz eines Belagerungsfahrzeugs. Das Interface dafür wurde
entsprechend angepasst und ist absolut simpel –
stellenweise sogar ZU simpel - zu bedienen. Etwas mehr Komplexität hätte ich den Spielern hier schon zugetraut.
Von Krankheit und Seuchen
Wie spielt sich also der Todesritter nun in den ersten Quests? Die
Antwort: Wie eine Mixtur aus Krieger und Hexenmeister. Ihr habt gleich
zu Beginn ein paar Spezialschläge in Petto, die eurem Widersacher
diverse Frost und Krankheitseffekte unter die virtuelle Haut jagen.
 Das neue Interface bietet einige Verbesserungen Eine Reihe Schläge wiederum heilt Euch für jede auf dem Ziel wirkende
Krankheit oder fügt entsprechend mehr Schaden zu. Komplettiert wird das
ganze von einer Reihe an Zaubersprüchen, die auf Entfernung gewirkt
werden können, z.B. der aus Warcraft und vom Hexenmeister bekannte
Todesmantel und ein Griff, der im schönsten Darth-Vader-Stil Gegner auf
Schlagweite heranzieht. Die Effekte sind allesamt sehr wirkungsvoll und
optisch beeindruckend inszeniert.
Die wirkliche Neuerung beim Todesritter sind jedoch nicht die
Spezialeffekte, sondern die eigentlichen Kampfmechaniken. Statt Mana,
Energie oder Wut benutzt der Todesritter Runenenergie, welche sich mit
manchen Schlägen steigert und sich mit Spezialfähigkeiten wie dem
Todesmantel aufbraucht. Neu sind auch die sechs Runen in der
Hitpoint-Anzeige, welche jeweils für die Talentrichtungen Blut, Frost
und Unheilig stehen. Jede Spezialfähigkeit „vebraucht“ eine dieser
Runen, die sich dann erst wie eine Fähigkeit mit entsprechendem
cooldown erneut auflädt. Da eure Fähigkeiten jeweils unterschiedliche
Runen beanspruchen, verlangen die Kämpfe ein ordentliches Maß an
Taktik.  Motivierend: Talentpunkte und ordentliche Questbelohnugen treiben Euch immer weiter an Alles in Allem spielt sich das Runensystem originell anders und
ist nach kurzer Einarbeitung leicht zu verstehen. Als Tank macht der
Todesritter mit seinem Repertoire aus Auren, Krankheiten und
Selbstheilungsfähigkeiten eine gute Figur. Letzere funktionieren aber
meist nur im direkten Kampf, was Spielern eine sehr offensive
Spielweise mit dem Todesritter mehr als nur nahelegt. Ein netter
Zusatzfeature: Euer Todesritter starte trotz Anfangslevel 55 mit 0
Talentpunkten. Ihr verdient euch Talentpunkte über das lösen der
Anfangsquests, was den Spieler zusätzlich motiviert, sich in die
Mechaniken, Hintergrundgeschichte und Rolle des Todesritters
hineinzuversetzen. Ganz Nebenbei gibt’s für selbige Quests auch alle
Teile Eurer ersten blauen Rüstung, welche - einmal komplettiert -
ziemlich klasse aussieht und mehr als nur eine gute Starthilfe auf den
Weg Richtung Level 80 darstellt.
Die optischen Früchte Eurer Arbeit
 Beispiel Phasing - Zusammen mit Arthas betrachtet Ihr Euer Werk der Zerstörung Mit zunehmendem Fortschritt dürft Ihr nicht nur Euren Rüstungsstand
bewundern, sondern merkt auch während Eurer Quests, wie das Land nach
und nach dem Tod anheim fällt. Wo vorher noch grüne Bäume wuchsen, ist
die Erde auf einmal verdorrt. Asche rieselt vom Himmel, welcher selbst
bereits eine blutrote Farbe angenommen hat und Leichen übersähen den
Boden. All diese Veränderungen geschehen unmerklich und sind dabei nur
für Euch selbst sichtbar – einen Mechanik, die Blizzard „Phasing“
getauft hat und in »WotLK« öfters zum Einsatz bringen will. Vorteil der
Aktion: Ihr habt ein intensiveres Spielerlebnis, und nehmt direkt
Einfluss auf die Welt, ohne dabei das Spielerlebnis für andere Spieler
zu zerstören oder gar zu „spoilern“. In meinen Augen eine sehr gute
Lösung.
Analyse, Fazit und Ausblick
 Das Ende der Todesritter-Kampagne ist sehr überraschend und großartig inszeniert Kurz gesagt: Der Todesritter machte mir eine Menge Spaß und ich
werde zum Addon definitiv diese Klasse spielen. Die zahlreichen
Änderungen wie z.B. das Phasing, neue dynamische Schatten und ein
komplett überarbeitetes grafisches Interface zeigen, dass WoW immer
noch den MMORPG-Ton in Sachen guter Spielbarkeit und Atmosphäre
vorgibt. Die neuen Talentbäume sind bereits mit dem kürzlich
erschienenen Patch zugänglich und sorgen in Kombination mit den
Zahlreichen Balance-Änderungen für reichlich Tumult in der Community.
Es bleibt zu hoffen, dass Blizzard die größten Ungereimtheiten bis zum
Start des Addons beseitig. Man muss aber auch zugestehen, dass mit
einer komplett neuen Klasse sowie der grundlegend geänderten
Spielmechanik auch viele Variablen gleichzeitig beeinflusst werden –
ein gewagter Schritt also.
 Reittiere wie dieser Drache werden PVP Schlachten eine neue Richtung geben Den neuen Todesritter ausführlich zu beschreiben, würde den Rahmen
dieses Artikels sprengen. Die Klasse spielt sich sehr vielseitig und
bringt viele einzigartige Fähigkeiten mit, die auch im Teamplay gut zur
Geltung kommen dürften. Die Story und Einführung des Todesritters
gehört zum Besten, was in drei Jahren WoW questtechnisch erleben
durfte. Die Entwickler von Blizzard zeigen, dass sie aus den Fehlern
des ersten Addons gelernt haben. Sollten wirklich alle Quests im
kommenden Addon auf diesem hohen Niveau liegen, kann man sich auf den
»Zorn des Lichkönigs« wirklich freuen. Jedenfalls ist es erfreulich,
dass mit den neuem Schriftsteller-Beruf sowie zahlreichen neuen
Komfortfeatures wie auswechselbaren Talentbäumen auf das Feedback der
Fans – und den damit verbundenen Rufen nach mehr spielerischer
Individualität – ganz konkret eingegangen wird. Bleibt nur zu hoffen,
dass die zahlreichen anderen Neuerungen (Offene Schlachtfelder und
Belagerungen) sich wirklich so gut spielen wie sie bisher in den
Ankündigungen klingen. Ich für meinen Teil bin gespannt und verharre
noch einen Monat der Dinge, die kommen mögen.
|
|
Wrath of the Lichking - die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick
- Phasing - Nahtlose Weltänderungen und individuelle grafische Gestaltung für jeden Spieler
- Der Todesritter als komplett neue Heldenklasse
- Neuer Beruf: Schriftgelerte, kann Talente der Klassen dauerhaft verbessern
- Grafische Verbesserungen wie z.B. Schattenwurf
- Open PVP mit Reittieren und Belagerungsmaschinen
- Neue Talentbäume und Fähigkeiten für alle Klassen. Stark geänderte Buffmechaniken
| |
|
|