Wer seinen PC hauptsächlich für den alltäglichen Bürokram verwendet und nur ab und zu ein Spielchen wagt, braucht nicht zwangsläufig immer die neueste und teuerste Hardware unterm Schreibtisch. Stellt man seinen Rechner bzw. die benötigten Komponenten mit Bedacht zusammen, kann man bei momentan günstigen Hardware-Preisen nicht nur Geld sparen, sondern auch leistungsmäßig das Optimum herausholen.
Angebote aus Discountern und Elektromärkten sehen zwar auf den ersten Blick verlockend aus – die Ernüchterung stellt sich dann allerdings spätestens dann ein, wenn man dem Gerät ein bisschen mehr abverlangt. Zudem sind solche Geräte mit unnötigem Ballast vollgestopft, den viele Anwender sicherlich kaum brauchen werden. Schlechte Aufrüstbarkeit gepaart mit „abgespeckten“ Bauteilen geben dem Käufer in diesem Fall den Rest.
In diesem kleinen Hardware-Ratgeber stellen wir Euch zwei selbst zusammengestellte Rechner in der 500 bis 600 Euro-Liga vor. Oberste Maxime dabei: So viel wie möglich für das knappe Budget herauszuholen.
Konfiguration 1
Die erste Konfiguration schlägt mit rund 550 Euro (inkl. Versand) zu Buche. Ein Betriebssystem ist in diesem Preis nicht enthalten. Die Preise wurden Ende September 2008 über den Online-Versender Alternate ermittelt. Nun zu den Komponenten im Einzelnen:
Gehäuse
Ein Dauerbrenner bei vielen Onlineshops ist das Sharkoon Rebel 9 Economy-Edition. Für 38 Euro (silber) bzw. 34 Euro (schwarz) erhält man ein sehr gutes Gehäuse, in dem viel Platz für eventuelle Aufrüstungen vorhanden ist. Alle fühlbaren Kanten wurden sauber entgratet, die Seitentüren sitzen fest in den
Gut und günstig: Sharkoon Rebel 9 in schwarz
Verankerungen und klappern nicht. Mit acht 5 ¼-Zoll-Schächten bietet es ausreichend Platz für Laufwerke. Festplatten sowie weitere Laufwerke und Geräte im 3,5“-Format werden mit Hilfe von Laufwerksschienen fest mit dem Gehäuse verschraubt. An der Vorderseite des Gehäuses finden sich der Ein-/Aus-Schalter, ein Reset-Knopf sowie die etwas zu hell leuchtende blaue Power-LED. Des Weiteren an der Vorderseite zu finden: Vier USB-Schnittstellen sowie Mikrofon- und Kopfhörerbuchsen. Das Rebel 9 bietet für einen fairen Kaufpreis viel Gehäuse fürs Geld und sieht zudem optisch ansprechend aus. Alle wichtigen Schnittstellen sind vorhanden, die Kabel im Inneren sind sauber verlegt.
Wer es darauf anlegt wird hier und da doch eine etwas schärfere Kante des dünnen Blechs finden und auch auf eine komplett schraubenlose Montage muss ebenfalls verzichtet werden. Dies sind allerdings Merkmale, die erst in höheren Preissegmenten Standard sind. In diesen Preisrevieren möchte das Rebel 9 allerdings auch nicht wildern. Wer einfach nur ein schickes und günstiges Gehäuse sucht, wird mit dem Rebel 9 glücklich werden.
Netzteil
Das Netzteil kommt von beQuiet und stellt 450 Watt zu Verfügung. Die Straight-Power-Serie bietet viele Anschlüsse, eine Lüftersteuerung und drei Jahre Garantie mit Vor-Ort-Austausch-Service im ersten Jahr. Neben den Standardanschlüssen können insgesamt vier S-ATA-Geräte, vier herkömmlic
Der Name ist Programm: BeQuiet
he Laufwerke (DVD/HDD) und ein Diskettenlaufwerk mit Strom versorgt werden. Weitere nette Ausstattungsmerkmale: Alle Kabel sind für optimale Anordnung ummantelt, in der Produktverpackung finden sich außerdem ein vorbildliches gedrucktes Handbuch sowie weitere Kabelbinder, einige davon mit Klettverschluss.
Preis: 69 Euro
Prozessor
Dreamteam: 2 GB RAM von G.E.I.L und Intel Core2Duo E7200
Als potenten Antrieb erhält unser PC einen Intel Core 2 Duo E7200 in der Boxed-Variante. Schnell, leise und sehr gut zu übertakten (wer möchte). Mehr muss zu diesem Prozessor nicht gesagt werden. Mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 65 Watt gehört er zu den sparsamsten Vertretern seiner Generation. Die Lautstärke des beiliegenden Lüfters ist in Ordnung. Für sensible Naturen empfehlen wir einen separaten Lüfter.
Preis: 102 Euro
Mainboard
Schon etwas länger auf dem Markt, aber noch lange nicht zum alten Eisen gehörend ist unser Mainboard. Das Gigabyte GA EP35-DS3 mit Intel P35-Chipsatz. Ein solides und stabiles Board mit üppiger Ausstattung und exzellentem BIOS.
Ausstattung im Einzelnen:
Die Basis: Gigabyte-Board
4 Speicherbänke für DDR2-667/800/1006 (maximal bis 8 GB bestückbar)
1x PCIe 16x
3x PCIe 1x
3x PCI
8x SATA
12x USB 2.0
1x IDE
1x Realtek Gigabit LAN
7.1-Audio (optisch/SPDIF)
Optional: eSATA
Zubehör: SATA-Kabel, Slotblende für Gehäuse, etc.
Alternative: Für einen Rechner dieser Art ist das Gigabyte EP35-DS3 mehr als ausreichend und geht für 77 Euro über den Ladentisch. Für rund 100 Euro gibt es als Alternative das Asus P5Q mit neuerem Intel P45-Chipsatz.
Speicher
Auch beim Speicher setzen wir auf Markenqualität. Ein 2-GB-Riegel von G.E.I.L (DDR2-800) mit passiver Kühlung soll es sein. Die RAM-Timings - für einen Office-PC nebensächlich- von 5-5-5-15 gehen für diese Rechnerkategorie mehr als in Ordnung. Für unschlagbare 32 Euro wandert der Riegel in den Rechner.
Grafikkarte
Wer viel mit seinem Rechner arbeitet wird eine geringe Lautstärke schnell zu schätzen wissen. Was gibt es Schlimmeres als nervtötendes Lüftergedröhne tagein tagaus. Deswegen haben wir uns bei der Grafikkarte für eine passiv gekühlte GeForce 9800 GT von Sparkle entschieden. Die Karte bietet 2 DVI-Anschlüsse und kann per Adapter auch HDMI-fähig gemacht werden. Ein Spiel ist nicht im Lieferumfang enthalten. Der Karte werden noch zwei durch das Netzteil gesteuerte Gehäuselüfter an die Seite gestellt, so dass sie auch bei einem Spieleinsatz ausreichend kühl bleibt. Bei den gängigen Auflösungen von 1280x1024 und 1680x1050 erzielt die 9800 GT auch bei neueren Spielen eine ausgezeichnete Leistung- und das bei einer Geräuschkulisse gleich Null.
Alternative: Die ATi Radeon 4850 von AMD erzielt im Spieleeinsatz noch etwas bessere Ergebnisse und ist zu Preisen ab etwa 130 Euro zu haben. Wer den Rechner zum größten Teil nur zum Arbeiten verwendet, dem reicht auch die 9800 GT.
Preis: 108 Euro
Laufwerke
Komplettiert wird unser Rechner durch den LG GH-20NSRB 20x DVD-Brenner für 27,90 Euro (bulk) und einer Samsung HD322HJ 320 GB-Festplatte für 41 Euro. Wer mehr Platz braucht, kann bei Bedarf um weitere Platten nachrüsten. Ausreichend Platz und Schnittstellen dafür sind vorhanden.
Eingabegeräte
Zu guter letzt fehlen noch die Eingabegeräte. Bei der Maus setzen wir auf die Logitech MX518, die dank verstellbarer Sensor-Auflösung bestens für den Büroalltag, aber auch für das Spielchen zwischendurch gerüstet ist. Ein bisschen Luxus darfs dann schon sein. Kleiner Wehmutstropfen: Die Maus ist nur für Rechtshänder geeignet.
Die Tastatur kommt ebenfalls von Logitech in Form der Internet Tastatur 350 OEM. Mit klassischer Tastenanordnung, den wichtigsten Multimedia-Funktionen und knackigem Tastenanschlag bietet sie alles, was für ein optimales Schreibgefühl notwendig ist. Für einen Preis von gerade einmal 9,90 Euro ist die Internet Tastatur 350 super verarbeitet. Preis für beide Geräte: 41,90 Euro.
Insgesamt kommen wir auf einen Preis von rund 550 Euro (inkl. Versand). Wer also einen leisen, spieletauglichen PC sucht und nicht viel Geld ausgeben möchte, kann sich an unserer Beispielkonfiguration orientieren.
Getestet wurde der Rechner mit der Demo-Version von Race Driver GRID und der Vollversion von Bioshock, jeweils mit 4x AA/4x AF. Bei beiden Spielen zeigte der Rechner keine Schwächen, beide Spiele blieben in jeder Situation bestens spielbar. Die Karte blieb durch die Gehäusebelüftung bei relativ kühlen 68 Grad.
Tastatur: Logitech Internet Keyboard 350 OEM (9,90 Euro)
ca. 550 Euro
Für alle, die es noch etwas schneller haben möchten, bzw. ihren Arbeitsschwerpunkt noch mehr auf Multimedia legen, haben wir unsere Konfiguration etwas überarbeitet.
Konfiguration 2
Bei unserer zweiten Konfiguration kommt ebenfalls das Sharkoon Rebel 9 Economy Edition, dieses Mal in der schwarzen Variante zum Einsatz. Die Ausstattungsmerkmale sind identisch mit der Silbernen. Auch das beQuiet 450W-Netzteil ist wieder mit an Bord.
Üppiges Anschlussfeld: Das Gigabyte GA EP45-DS3
Beim Prozessor setzen wir dieses Mal auf einen Intel Core 2 Duo E8400. Dieser hat noch etwas mehr Dampf als der E7200 und lässt sich dabei genauso gut übertakten. Belüftet wird er erneut durch den Intel Boxed-Kühler, den man von der Lautstärke her als in Ordnung bezeichnen kann.
Eine weitere Änderung führen wir beim Mainboard durch: Dort setzen wir auf das Top-ausgestattete Gigabyte GA-EP45-DS3. Neben dem neuen Intel P45-Chipsatz findet man in der Ausstattungsliste einen Firewire-Anschluss, einen SPDIF- und Optical-Ausgang und zwei LAN-Anschlüsse. Unterstützt werden von diesem Board übrigens bis zu 16 GB Arbeitsspeicher.
Bei der Grafikkarte setzen wir ebenfalls auf eine GeForce-Karte. In dieser Konfiguration ist es die Asus EN9800 GT HB/HDTI mit 512 MB Videospeicher. Diese Karte wird aktiv durch einen sehr leisen, vom Referenzdesign abweichenden Lüfter gekühlt. Ebenfalls dabei: Zwei DVI-Ausgänge und die HDMI-Fähigkeit per Adapter. Ein Spiel ist nicht im Lieferumfang enthalten.
Laufwerksseitig spendieren wir dem Rechner eine 250 GB-Festplatte von Samsung
Tastatur: Logitech Internet Keyboard 350 OEM (9,90 Euro)
ca. 620 Euro
Insgesamt landen wir also hier bei einem Preis von knapp 620 Euro (inkl. Versand) für einen Rechner, der auch in der nächsten Zeit ausreichend Leistung bieten dürfte.
Fazit
Auch für wenig Geld lässt sich mittlerweile ein PC zusammenstellen, der leistungsmäßig in der Mittelklasse mitspielt. Wer also mit knappem Budget kalkulieren muss, findet in den zwei Konfigurationen sicherlich einen Anhaltspunkt für eine gute Rechnergrundlage.