Endlich ist es soweit: Über sechs Monate ließ Nintendo die europäischen Spieler auf die Umsetzung von Super Smash Bros. Brawl warten. Das traf
berechtigterweise auf viel Unverständnis, da die Übersetzung des Titels sich
weitestgehend auf Texte bezog. Doch egal: Jetzt ist die Spaß-Prügelei endlich
auch in Deutschland für WII erhältlich und überzeugt durch eine absolut saubere
Umsetzung und dem (gegenüber seinem Gamecube-Vorgänger) gewaltig angewachsenen
Umfang. Die Gründe, warum SSBB nun nicht mehr nur für Mehrspieler-Fans
interessant ist, erfahrt Ihr in diesem Review.
Worum geht's?
Veteranen können diesen Absatz überspringen, denn das Spielprinzip von Super Smash Bros. Brawl hat sich seit dem Original (wie immer) nur sehr wenig verändert. Aus einer großen Auswahl von mehr oder weniger bekannten Spielecharakteren wählt Ihr euren Favouriten und prügelt euch in einer Arena so lange, bis nur noch einer steht. Angezeigt wird der Schaden in Form von Prozentwerten neben dem Charakterportrait. Je höher dieser Prozentwert, desto leichter lässt sich euer Charakter durch die Luft prügeln. Dazu setzt Ihr meistens die Namensgebenden Smash-Attacken ein, welche besonders viel Schaden verursachen, jedoch erst aufgeladen werden müssen - und Euch daher verwundbar machen.
Im Grunde kennt jeder Charakter nur acht Attacken - eine pro Richtung in jeweils schwerer und leichter Variante. Das klingt anfangs nicht so kompliziert, muss es angesichts der immens schnellen Spielgeschwindigkeit aber auch nicht sein. Tiefe bekommt SSBB zudem durch seine große Auswahl an Charakteren, die sich alle in ihren Defensiv/Offensiv- und Spezialattacken komplett unterscheiden. Abgerundet wird das Ganze durch Möglichkeiten wie diverse Würfe, dem Ausweichen und Parieren von Attacken und natürlich den zahllosen und zufällig erscheinenden Items. SSBB ist ein klar auf Spass ausgelegter Titel, bei dem jeder ziemlich schnell seinen Prügel-Favouriten finden dürfte.
Supersize me
Eine Neuerung gibt es neben dem gestiegenen Umfang in SSBB nun doch. Im Gegensatz zu früheren Teilen lassen sich die Attacken nicht alle beliebig "spammen", sondern müssen eher mit Bedacht eingesetzt werden. Schwere Schläge machen Euren Charakter also mitunter für Sekunden verwundbar, was dem Spiel gleichzeitig auch mehr taktische Tiefe verleiht.
 Giga Bowser: Eine der coolen Super-Smash Animationen
Diesen geringen Geschwindigkeitsverlust macht SSBB durch ein neues Feature wett: Den Super-Smash Ball. Hin und wieder erscheint diese Regenbogenfarbene Kugel auf dem Spielfeld und will von Euch gejagt und zerstört werden. Der Spieler, der das zustande bringt, beginnt zu leuchten und kann eine (seinem Charakter entsprechende) Superattacke starten, die anderen Mitspielern großen Schaden zufügt oder sie direkt vom Feld bläst. Der Smash-Ball ist eine sehr gelungene Erweiterung, denn die Attacken sind sehr mächtig und dementsprechend prügeln sich die vier Kontrahenten sehr häufig um die begehrte Leuchtkugel. Zudem sind diese Super-Attacken meist sehr imposant und passen zu ihrer starken Wirkung.
Schöner Prügeln
Eine Änderung, die bei SSBB sofort ins Auge sticht: Die
Grafik. Nintendo legt in Sachen Leveldetails, Effekten und Charakteranimationen
noch einmal eine ordentliche Schippe drauf. Die aus dem Vorgänger bekannten Videosequenzen
stimmen – wenn auch teils etwas zu theatralisch – gut auf das Geschehen ein und
sind sauber sowie sehr humorvoll umgesetzt. Besonders lobenswert: Im Gegensatz zu Mario Kart WII sind
keine Einbrüche bei der Framerate oder Qualitätsminderungen zu erkennen – und
zwar auch dann nicht, wenn sich vier Spieler gleichzeitig mit den zahlreichen
Items auf riesigen Arenen kloppen.
Untermalt wird das geschehen meist sehr stimmungsvoll durch
orchestrale Klänge und die gewohnt comichaften aber stimmigen Soundeffekte. Die
Soundkulisse, kombiniert mit den wunderschönen Hintergründen der Levels sorgt
nicht selten für Momente des Staunens und zeigt, dass gute Grafik durchaus auch
auf der WII möglich ist.
Umfangreicher Schlagabtausch
 Missionen, Minigames, Kampagne - es gibt viel zu entdecken
Im Gegensatz zum Vorgänger Smash Bros. Melee ist der
Singleplayer-Modus von SSBB nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern durchaus
mit einem Vollpreistitel zu vergleichen. Während ihr im Vorgänger nach wenigen
Stunden bereits den Abspann zu sehen bekommt, vergehen in Brawl schon einige
Stunden. Geboten wird dabei sehr viel Abwechslung in Form von Bosskämpfen,
seitlich Scrollenden Levels, zahlreicher versteckter Boni sowie die
Möglichkeit, Eure Charaktere mittels eingesammelter Sticker in ihren
Fähigkeiten aufzuwerten. Die Einzelspieler Kampagne namens „Subraum-Emissär“
wird dabei durch viele lustige Videosequenzen aufgelockert, die den
Handlungsfaden aufnehmen und Euch von einer Prügelei in die nächste einstimmen. Für den kurzen Spaß zwischendurch gibts dann noch etliche freischaltbare "Missionen", bei denen Ihr recht Amüsante Ziele erreichen müsst.
Besonders Lobenswert an dieser Stelle: Obwohl der Modus im
Menü als „Solo“ betitelt wird, lösen häufig zwei Figuren gleichzeitig die
Aufgaben in den Levels. Hier muss nicht zwangsläufig der Computer die Aufgabe
übernehmen, denn ein zweiter Spieler kann zu jeder Zeit ins Geschehen
eingreifen um die Story kooperativ anzugehen.
Spiels mir frei, Sam
Obwohl Smash Bros. Brawl ein sehr simples Spielkonzept hat,
wurde das Problem der Langzeitmotivation grandios gelöst. Egal ob Ihr im
Multiplayer nur ein paar Partien mit Freunden spielt oder mal wieder ein paar
Levels im Singleplayer vorantreibt: Das Spiel belohnt Euch dafür. Angefangen
von eher dekorativen Statuen und unterhaltsamen Soundtrack-Titeln für die
persönliche Sammlung, reicht die Palette an freischaltbaren Extras bis hin zu
neuen Charakteren, Levels und sogar diverser Minigames. So steigt der große
Umfang von SSBB ganz ohne Zwänge während des Spiels noch weiter an und sorgt immer wieder
für unerwartete AHA!-Effekte. So müssen Multiplayer-Titel aussehen.
Spielen mit Open End
 Der Leveleditor - wenige Teile aber trotzdem viele Möglichkeiten
Neu im Programm ist auch ein interner Editor, mit dem Ihr
eigene Levels erstellen und mit anderen Spielern teilen könnt. Sollte der eh
schon gewaltige Umfang von 40 Stages nicht genügen, könnt Ihr Euch praktisch
beliebig mit Nachschub versorgen. Die neue Onlineanbindung sorgt auch dafür,
dass Ihr Eure Machwerke nicht nur alleine Spielen müsst. Diverse
Einstellungsmöglichkeiten zur Hintergrundmusik, Spielgeschwindigkeit, Levelverhalten oder
den Items runden das vielfältige Programm ab und bieten praktisch
endlose Kombinationsmöglichkeiten für den individuellen Mehrspieler-Spaß.
Fazit
Nützliche Info: Super Smash Bros. Brawl kommt mit einer
komfortablen Screenshot-Funktion. Die Screenshots lassen sich zwar auf
eine SD-Karte speichern, sind aber in einem unlesbaren .bin Format
angelegt. Diese könnt ihr mit diesem Werkzeug in Jpeg konvertieren. Dazu einfach die .bin Dateien in den Ordner mit den Programmdateien kopieren und die bin2jpgall.bat ausführen.
Hinweis: Dieses Tool stammt nicht von Metadragon.de, wurde aber
auf Funktionalität hin geprüft. Für evtl. entstandene Schäden wird
keine Haftung übernommen.
Es dürfte aus meiner Kritik bereits herauszulesen sein: Mit
Super Smash Bros. Brawl ist Nintendo wieder ein Multiplayer-Knaller entstanden,
der auf anderen Next-Gen Konsolen seinesgleichen bislang vermissen lässt. Der
Umfang, die freispielbaren Extras und die kreativen Möglichkeiten sind so
vielseitig, dass man dieses Spiel getrost als Meilenstein in Sachen
Langzeitspaß ansehen kann. Wer diese riesige bunte Bastelbox nicht in seine
Wii-Sammlung eingliedert, hat das Konzept der Konsole nicht verstanden.
Pro:
+ Astreine Präsentation
+ Unglaublich motivierend durch zahlreiche Extras
+ Großer Umfang
+ Leveleditor & Onlineanbindung
+ Sehr flexibel in den Anpassungsmöglichkeiten
Contra:
- Synchronisation trotz langer Wartezeit nur "gut"
- Warum kam es nicht früher nach Europa?
Wertung: 9/10
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