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Digitalkameras haben viele Vorteile. Einer davon ist die
Möglichkeit, Eure Bilder noch vor dem Druck nachzubearbeiten. Natürlich sollten
diese Bearbeitungen das Foto nicht unnatürlich erscheinen lassen, jedoch könnt
ihr mit dem einen oder anderen Trick etwas mehr Schärfe und „Pep“ aus Eurem
Motiv kitzeln. Gerade bei der Digitalfotografie sind diese Tricks nützlich,
weil der Druck nur selten die gleiche Farbtreue und Schärfe des am Bildschirm
angezeigten Bildes aufweist.
Worum geht’s?
Bitte beachten:
Die hier im Tutorial benutzen Menü-Werte sind nur Beispiele. Generell
sollte man bei jedem Foto individuell mit den Einstellungen in Photoshop
„spielen“, um so den gefühlt bestmöglichen Eindruck zu erzielen.
Dieses Tutorial zeigt Euch, wie man ein digitales Foto mit
verschiedenen Möglichkeiten noch weiter aufbessern kann um damit die Aufmerksamkeit auf die
eigentlich wichtigen Punkte im Bild zu lenken. Dazu werden unwichtige Bildteile ausgeschnitten
und der Hintergrund leicht in Unschärfe versetzt sowie die Bildkontraste mittels
Gradiationskurve noch etwas verstärkt. Ein Schärfeeffekt hebt zudem das Motiv
mehr vom Hintergrund ab und betont Details.
Und so funktioniert es:
Schritt 1 - Die Vorbereitungen
Ladet das gewünschte Bild in Photoshop. Falls Ihr wollt,
könnt ihr bereits jetzt den Zuschnitt vornehmen. Da ich dazu später aber noch
ein paar Dinge nennen will, arbeite ich hier erst mal mit dem ungeschnittenen
Bild weiter. Sehr wichtig an dieser Stelle: Erstellt eine Ebenenkopie Eures
Originals, damit ihr dieses immer für weitere Bearbeitungen als „Notreserve“
zur Verfügung habt.
Schritt 2 - Die Auswahl des Schärfebereichs
Die Trennung von Vorder- und Hintergrund hilft Euch, die
Aufmerksamkeit des Betrachters von unnötigen Bildteilen weg zum Motiv hin zu
lenken. Da wir in diesem Bild einen ungewünschten Hintergrund (mit
Bildrauschen) haben und zudem das Motiv im Vordergrund nachschärfen möchten,
erstellen wir uns eine Auswahl mit dem Maskenwerkzeug.
Wählt aus der Werkzeugleiste (1) den Maskierungsmodus (Q)
und malt mit dem Pinsel großflächig den Hintergrund aus. Ihr könnt auch ruhig
über das Motiv malen und danach mit invertiertem Pinsel (X) die Fehler
nachkorrigieren. Auf diese Weise maskiert ihr den ganzen Hintergrund (2) und
arbeitet eine saubere Kontur zum Motiv heraus. Nach der Maskierung drückt ihr
erneut (Q) und verlasst den Maskierungsmodus. Ihr habt nun eine saubere
Auswahl, die sich für unsere weitere Bearbeitung eignet.
Schritt 3 - Schärfen mittels „Unscharf Markieren“ Filter
Sehr gern genommenes Werkzeug für die Nachschärfung ist die
Funktion Filter > Scharfzeichnungsfilter > Unscharf maskieren. Dieser
Filter bietet Euch sehr feine Einstellungen über den Grad der Nachschärfung. Um
diesen Effekt zu erzielen, werden vom Filter Farbverläufe im Bild gesucht und deren
Hell-Dunkel Kontrast zueinander angehoben. Man sollte allerdings mit Bedacht arbeiten, da diese Kontrastanhebung eventuell auch gewollte Farbverläufe im Foto ruiniert.
Folgendes bewirken die Werte in diesem Menü
- Stärke: Regelt den Grad der Anhebung. Ein zu hoch
eingestellter Wert resultiert in weißen Kontrastkanten und Artefakten (siehe 1).
Hier sollte man immer sehr dezent arbeiten und im Zusammenhang mit dem
Radius-Regler arbeiten.
- Radius: Regelt den Detailgrad für die Schärfung. Wollt Ihr
nur große Flächen schärfen, sollte hier ein großer Radius gewählt werden.
Kleine Details werden natürlich umgekehrt mit kleinem Radius erfasst
- Schwellenwert: Gibt an, wie viele Helligkeitswerde zwischen
2 Pixeln sein dürfen, bevor sie geschärft werden. In einem kontrastarmen Bild
wie hier mit vielen nahe beieinander liegenden Farbtönen sollte der
Schwellenwert entsprechend gering eingestellt werden.
Schritt 4 - Schärfen mit Hochpass-Ebene
Eine Alternative zur Nachschärfung bietet eine Ebenekopie,
die ihr mit dem Hochpass-Filter bearbeitet. Die Funktion erreicht Ihr über
Filter > Sonstige Filter > Hochpass. Der Vorteil dieser Methode: Die
Ebene lässt sich im Nachhinein in ihrer Transparenz regeln - und damit auch der Grad
der Schärfung. Ihr könnt auch bereits beim anwenden des
Hochpassfilters sehen, welche Details nachher schärfer werden.
Im folgenden Beispiel habe ich einen sehr geringen Wert (1) gewählt,
so dass der Hintergrund (2) keinerlei unerwünschte Detailbetonung erhält – das Motiv aber hingegen
schon. Die nun erstellte Ebene setzt ihr im Ebenenfenster über alle anderen
Ebenen und stellt den Ebeneneffekt auf „Ineinanderkopieren“
Schritt 5 – Unschärfe im Hintergrund
Eure Auswahl aus Schritt 2 bringt auch hier wieder vorteile:
Wir können nun die Auswahl invertieren und so den Hintergrund auswählen (1).
Die Hintergrundebene hat unerwünschtes Bildrauschen und lenkt zudem vom Motiv
ab. Daher wenden wir hier den Filter > Weichzeichungsfilter > Gausscher
Weichzeichner an. Die stärke richtet sich natürlich nach Eurem eigenen
Geschmack. Ich habe im Beispiel nur dezent Unschärfe ins Bild gebracht, um das
digitale Bildrauschen zu minimieren.
Schritt 6 – Gradiationskurve
Da nicht jedes Bild über eine gleichmäßige Verteilung aller
Helligkeitswerte besitzt, kann man diesem Umstand ein wenig nachhelfen. Zwar
bringt das Menü Bild > Anpassungen nicht mehr Informationen ins Bild, kann
aber den Visuellen Eindruck stark verbessern. Das wichtigste Menü ist die
Tonwertkorrektur und die Gradiationskurve (1). Letztere habe ich im Beispiel
bei den stark überpräsentierten Dunkeltönen etwas abgesenkt und dafür ein paar
mittlere Töne verstärkt. Das Motiv wirkt dadurch kräftiger in den Farben. Die
Lichtreflexe werden zwar etwas zu stark betont, aber dafür ist auch der
Hintergrund verdunkelt und weniger ablenkend.
Schritt 7 – Der finale Touch
Wie zu Beginn angedeutet, schneide ich nun erst das Bild auf
die richtigen Maße zu, da die weggeschnittenen Informationen endgültig aus dem
Bild verschwinden. In meinem Beispiel drucke ich auf reguläres 4x6 Zoll
Fotopapier und stelle beim Freistellungswerkzeug (C) mindestens 300 DPI
Auflösung (1) für den Druck ein. Diese Methode lohnt sich auch, falls Ihr Euer
Bild bei einem professionellen Fotostudio in Druck gebt, denn die Drucken immer
das gesamte Bild und nicht den Bereich, den Ihr gerne im Fokus hättet.
Hier zeige ich zum Abschluss noch einmal den Vorher-Nachher
Effekt. Das Motiv wird Kontrastreicher und Schärfer dargestellt, Details betont
und unwichtige Hintergrunddetails in dunklerer Unschärfe belassen. Das Bild ist
bereit für den Druck. :)
Fertig (mit Maus berühren um Unterschiede zu sehen)
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