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Photoshop Special #3 - Fotos
(2 Stimmen)
Geschrieben von Feanarth
Photoshop Special #3

Digitalkameras haben viele Vorteile. Einer davon ist die Möglichkeit, Eure Bilder noch vor dem Druck nachzubearbeiten. Natürlich sollten diese Bearbeitungen das Foto nicht unnatürlich erscheinen lassen, jedoch könnt ihr mit dem einen oder anderen Trick etwas mehr Schärfe und „Pep“ aus Eurem Motiv kitzeln. Gerade bei der Digitalfotografie sind diese Tricks nützlich, weil der Druck nur selten die gleiche Farbtreue und Schärfe des am Bildschirm angezeigten Bildes aufweist.

Worum geht’s?

Bitte beachten:
Die hier im Tutorial benutzen Menü-Werte sind nur Beispiele. Generell sollte man bei jedem Foto individuell mit den Einstellungen in Photoshop „spielen“, um so den gefühlt bestmöglichen Eindruck zu erzielen.

Dieses Tutorial zeigt Euch, wie man ein digitales Foto mit verschiedenen Möglichkeiten noch weiter aufbessern kann um damit die Aufmerksamkeit auf die eigentlich wichtigen Punkte im Bild zu lenken. Dazu werden unwichtige Bildteile ausgeschnitten und der Hintergrund leicht in Unschärfe versetzt sowie die Bildkontraste mittels Gradiationskurve noch etwas verstärkt. Ein Schärfeeffekt hebt zudem das Motiv mehr vom Hintergrund ab und betont Details.

Und so funktioniert es:

Schritt 1 - Die Vorbereitungen

Ladet das gewünschte Bild in Photoshop. Falls Ihr wollt, könnt ihr bereits jetzt den Zuschnitt vornehmen. Da ich dazu später aber noch ein paar Dinge nennen will, arbeite ich hier erst mal mit dem ungeschnittenen Bild weiter. Sehr wichtig an dieser Stelle: Erstellt eine Ebenenkopie Eures Originals, damit ihr dieses immer für weitere Bearbeitungen als „Notreserve“ zur Verfügung habt.

 Das Rohbild - hier bereits zugeschnitten

Schritt 2 - Die Auswahl des Schärfebereichs

Die Trennung von Vorder- und Hintergrund hilft Euch, die Aufmerksamkeit des Betrachters von unnötigen Bildteilen weg zum Motiv hin zu lenken. Da wir in diesem Bild einen ungewünschten Hintergrund (mit Bildrauschen) haben und zudem das Motiv im Vordergrund nachschärfen möchten, erstellen wir uns eine Auswahl mit dem Maskenwerkzeug.

Wählt aus der Werkzeugleiste (1) den Maskierungsmodus (Q) und malt mit dem Pinsel großflächig den Hintergrund aus. Ihr könnt auch ruhig über das Motiv malen und danach mit invertiertem Pinsel (X) die Fehler nachkorrigieren. Auf diese Weise maskiert ihr den ganzen Hintergrund (2) und arbeitet eine saubere Kontur zum Motiv heraus. Nach der Maskierung drückt ihr erneut (Q) und verlasst den Maskierungsmodus. Ihr habt nun eine saubere Auswahl, die sich für unsere weitere Bearbeitung eignet.

Erstellung einer Auswahlmaske

Schritt 3 - Schärfen mittels „Unscharf Markieren“ Filter

Sehr gern genommenes Werkzeug für die Nachschärfung ist die Funktion Filter > Scharfzeichnungsfilter > Unscharf maskieren. Dieser Filter bietet Euch sehr feine Einstellungen über den Grad der Nachschärfung. Um diesen Effekt zu erzielen, werden vom Filter Farbverläufe im Bild gesucht und deren Hell-Dunkel Kontrast zueinander angehoben. Man sollte allerdings mit Bedacht arbeiten, da diese Kontrastanhebung eventuell auch gewollte Farbverläufe im Foto ruiniert.

Folgendes bewirken die Werte in diesem Menü 

  • Stärke: Regelt den Grad der Anhebung. Ein zu hoch eingestellter Wert resultiert in weißen Kontrastkanten und Artefakten (siehe 1). Hier sollte man immer sehr dezent arbeiten und im Zusammenhang mit dem Radius-Regler arbeiten.
  • Radius: Regelt den Detailgrad für die Schärfung. Wollt Ihr nur große Flächen schärfen, sollte hier ein großer Radius gewählt werden. Kleine Details werden natürlich umgekehrt mit kleinem Radius erfasst
  • Schwellenwert: Gibt an, wie viele Helligkeitswerde zwischen 2 Pixeln sein dürfen, bevor sie geschärft werden. In einem kontrastarmen Bild wie hier mit vielen nahe beieinander liegenden Farbtönen sollte der Schwellenwert entsprechend gering eingestellt werden.

Schärfen mittels "Unscharf maskieren" Filter

Schritt 4 - Schärfen mit Hochpass-Ebene

Eine Alternative zur Nachschärfung bietet eine Ebenekopie, die ihr mit dem Hochpass-Filter bearbeitet. Die Funktion erreicht Ihr über Filter > Sonstige Filter > Hochpass. Der Vorteil dieser Methode: Die Ebene lässt sich im Nachhinein in ihrer Transparenz regeln - und damit auch der Grad der Schärfung. Ihr könnt auch bereits beim anwenden des Hochpassfilters sehen, welche Details nachher schärfer werden.

Im folgenden Beispiel habe ich einen sehr geringen Wert (1) gewählt, so dass der Hintergrund (2) keinerlei unerwünschte Detailbetonung erhält – das Motiv aber hingegen schon. Die nun erstellte Ebene setzt ihr im Ebenenfenster über alle anderen Ebenen und stellt den Ebeneneffekt auf „Ineinanderkopieren“

Schärfen mittels "Hochpassfilter" - Ebene

Schritt 5 – Unschärfe im Hintergrund

Eure Auswahl aus Schritt 2 bringt auch hier wieder vorteile: Wir können nun die Auswahl invertieren und so den Hintergrund auswählen (1). Die Hintergrundebene hat unerwünschtes Bildrauschen und lenkt zudem vom Motiv ab. Daher wenden wir hier den Filter > Weichzeichungsfilter > Gausscher Weichzeichner an. Die stärke richtet sich natürlich nach Eurem eigenen Geschmack. Ich habe im Beispiel nur dezent Unschärfe ins Bild gebracht, um das digitale Bildrauschen zu minimieren.

Schärfe vorn, Unschärfe hinten - Eine Auswahl macht's möglich

Schritt 6 – Gradiationskurve

Da nicht jedes Bild über eine gleichmäßige Verteilung aller Helligkeitswerte besitzt, kann man diesem Umstand ein wenig nachhelfen. Zwar bringt das Menü Bild > Anpassungen nicht mehr Informationen ins Bild, kann aber den Visuellen Eindruck stark verbessern. Das wichtigste Menü ist die Tonwertkorrektur und die Gradiationskurve (1). Letztere habe ich im Beispiel bei den stark überpräsentierten Dunkeltönen etwas abgesenkt und dafür ein paar mittlere Töne verstärkt. Das Motiv wirkt dadurch kräftiger in den Farben. Die Lichtreflexe werden zwar etwas zu stark betont, aber dafür ist auch der Hintergrund verdunkelt und weniger ablenkend.
Anpassungen der Kontraste mittels Gradiationskurve

Schritt 7 – Der finale Touch

Wie zu Beginn angedeutet, schneide ich nun erst das Bild auf die richtigen Maße zu, da die weggeschnittenen Informationen endgültig aus dem Bild verschwinden. In meinem Beispiel drucke ich auf reguläres 4x6 Zoll Fotopapier und stelle beim Freistellungswerkzeug (C) mindestens 300 DPI Auflösung (1) für den Druck ein. Diese Methode lohnt sich auch, falls Ihr Euer Bild bei einem professionellen Fotostudio in Druck gebt, denn die Drucken immer das gesamte Bild und nicht den Bereich, den Ihr gerne im Fokus hättet.

Hier zeige ich zum Abschluss noch einmal den Vorher-Nachher Effekt. Das Motiv wird Kontrastreicher und Schärfer dargestellt, Details betont und unwichtige Hintergrunddetails in dunklerer Unschärfe belassen. Das Bild ist bereit für den Druck. :)

Der finale Zuschnitt - Auf Maße und DPI achten!

Fertig (mit Maus berühren um Unterschiede zu sehen)

 

 Ein Bild zum anbeißen!

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