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Synaesthete
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Geschrieben von Feanarth

synaesthete_thumb.jpg
Das Levelauswahl-Menü von Synaesthete
Der Markt für Independent Games erlebt derzeit einen Boom. Die innovativsten Spiele kommen nicht mehr von den „Großen“ der Branche, sondern von kleinen und unabhängigen Entwicklern. Das vor kurzem veröffentlichte Synaesthete nimmt dabei eine Sonderstellung ein, schlägt der Titel doch einen gekonnten Bogen zwischen „Shoot em’ Up“ und „Guitar Hero“. Das Konzept klingt zwar denkbar lächerlich, räumte aber nebenbei den Independent Games Festival Award 08 ab. Und das Schönste daran – Synaesthete wird von den Studenten, die es entwickelt haben, kostenlos zum Download angeboten.

Ballern mit 45beats pro Minute

Das Synaesthete einen völlig anderen Weg geht, zeigt sich schon an der irren Präsentation des Spiels. Alles leuchtet in grellen Neonfarben und ähnelt einer irren Mischung aus dem Film Tron und dem PC Spiel Darwinia. Selbst das Menü ist herrlich durchgestylt und trotzdem puristisch. Habt ihr Euch durch letzteres durchgeklickt und einen Song + Schwierigkeitsgrad (in Beats pro Minute) gewählt, steuert Ihr den „Zaikman“ – ein abstraktes graues Männchen - durch ein Labyrinth aus bunten Räumen.

Bereits wenige Sekunden nach Beginn des Songs stürmen erste (ebenso abstrakt geformte) Gegner auf euch ein. Diesen Auszuweichen stellt keine größere Herausforderung dar – doch das Shoot em’ Up typische Geballer funktioniert in Synaesthete nur dann, wenn ihr das im Takt zur Musik tut. Konkret heißt das: Ihr weicht zeitgleich mit der linken Hand immer schnelleren Gegnern aus und blast diese durch das gezielte anschlagen der Tasten J K & L vom virtuellen Dancefloor. Verfehlt ihr einen „Beat“, feuert ihr auch nicht – und kassiert so unter umständen einen Treffer. Schafft ihr hingegen mehrere Tastenfolgen, verstärkt sich auch die Wirkung Eurer grellen Laserstrahlen.

Sind alle schließlich Gegner beseitigt, rennt Ihr in den Nächsten Raum und sammelt dort virtuelle Noten, um so den Gesundheitszustand und das Combopunktemeter aufzufüllen. Die Musik treibt Euch dabei als ständiger Begleiter, denn sowohl Gegner, die Welt als auch Euer Körper bewegen

syn_screen.jpg
Kämpfe in Synaesthete
sich irgendwann im gemeinsamen Rhythmus. Und solltet Ihr mal aus dem Takt kommen und die Gegnermassen zu groß erscheinen, gibt es im Spiel eine begrenzte Anzahl an starken Spezialfähigkeiten, die ihr zu Beginn jedes Songs frei auswählen dürft.

Laut, bunt, intensiv – und äußerst kurz(weilig)

Synaesthete lebt von seiner lauten, beatlastigen Trance-Atmosphäre. Anfangs wird Euch das ungewohnte Steuerungskonzept erschlagen und evtl. auch etwas annerven. Wer aber (den Hinweisen zu Beginn des Spiels folgend) seine Musikanlage aufdreht – und über ein gewisses Maß an Rhythmus- und Fingerspitzengefühl verfügt – findet in Synaesthete schnell seinen persönlichen Flow. Im perfekten Rhythmus haut Ihr die Gegner immer schneller vom Feld und das Ausweichen verkommt dabei beinahe zur Nebensache. Den Beat zu verfehlen hat in diesem Spiel nicht so schlimme Folgen wie z.B. im genreverwandten Guitar Hero – zumindest am Anfang. Später werden die Lieder allerdings schneller, und somit auch Eure Gegner. Und wer die insgesamt 4 (skurrilen) Bosse im Spiel besiegt, kann sich selbstmörderisch auch an die schwereren BPM-Raten wagen. Hier werden verpasste Noten schnell mit Gegnerkontakt bestraft und eure Hitpoint-Leiste senkt sich deutlich stärker als auf den einfachen Levels.

Fazit 

Synaesthete ist ein kurzweiliges Vergnügen und wird Euch kaum länger als 30 Minuten am Stück an den PC fesseln. Diese Zeit aber erlebt Ihr Musik auf eine völlig neue Weise. Die elektronischen Beats passen perfekt zum Geschehen und das gewagte Konzept wirkt in Zeiten von überzüchteten 3D-Engines erfrischend anders. Synaesthete ist sicherlich kein Meilenstein, zeigt aber zu deutlich, dass sich auch im dicht besiedelten Spiele-Markt neue Genres ihre Nische finden.

Pro:
+ Innovatives Spielekonzept
+ Stylishe Umsetzung
+ Sehr intensives Spielgefühl
+ Kurzweilig

Contra:
- Sehr kurzer Umfang
- Eher wenig Langzeitmotivation
- Balance der Powerups schwankt stark
- Für Einsteiger eher ungeeignet

  Wertung: 7/10

 

 
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