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World of Warcraft Special #2 - Spielmotivation
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Geschrieben von Feanarth
nether_dragon.jpg
Netherdrachen und PVP Ausrüstung - beides nicht mehr allzu schwer zu erreichen

World of Warcraft (WoW) übt nach wie vor großen Reiz auf seine Fans aus. Das liegt unter anderem an den ständig erweiterten Inhalten, denn schließlich bezahlen die Kunden dafür ihre monatliche Gebühr. Auch über das erste Addon hinaus wurden daher - in mehr oder weniger großen Abständen - neue Inhalte von Blizzard bereit gestellt. Mit dem gerade erschienenen „Sonnenbrunnen“-Patch 2.4 hat die Erweiterung „Burning Crusade“ vorerst ihren inhaltlichen Abschluss gefunden. Grund genug also, die bisherige Entwicklung nach 3 Jahren WoW näher zu durchleuchten und ein paar Gründe für den anhaltenden Hype um das Rollenspiel zu nennen.

 

Zeitfalle Raidinstanz

Jahrelang wurden in WoW möglichst große Gruppen aus vielen Spielern als der heilige Gral bei der Entwicklung neuer Spielinhalte betrachtet. Blizzard hörte dabei fast ausschließlich auf die großen und bekannten Pro-Gaming-Gilden. Als Konsequenz dessen waren fast alle hochleveligen Inhalte, inklusive der in Rollenspielen so motivierenden Ausrüstungs­gegenstände, den Gruppen aus mind. 40 Leuten vorbehalten. Zugegebenermaßen ging das Konzept zu Beginn auch auf: Große Instanzen waren zu Beginn von WoW noch etwas Neues und hatten den Reiz des Unbekannten. Dementsprechend hoch war daher auch die Motivation der Spieler, gemeinsam in großen Gilden auch große Ergebnisse zu erzielen.

In gewissem Rahmen kam diese Tendenz einem sportlichen Vergleich recht nahe. Die Gilden sahen es als einen persönlichen Wettstreit, die neuen Gegner und Dungeons im Spiel möglichst als erste zu sehen und zu absolvieren. Gilden mit Erfolg im Spiel kamen daher recht schnell zu hohem Ansehen innerhalb der Community. Wer mit seinem Charakter in einer erfolgreichen und weltbekannten Gilde mitspielte, kam im Spiel der Popularität eines Profisportlers gleich. Jedoch waren diese Erfolge auch mit hohem Aufwand - und zuweilen hohen Suchtrisiken verbunden. Wer nicht viel Zeit in WoW verbrachte, war schnell aus einer Gilde verbannt. Die hohe Zahl an erforderlichen Gildenmitgliedern machte zudem den sozialen Umgang miteinander zudem nicht gerade einfacher.

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Zeitfalle Raid - mit 40 Spielern nicht immer motivierend

 

Erste Zeichen der Wende

Das zunehmende Alter von WoW zeigte aber eine Trendwende. Immer mehr Spieler wurden des stundenlangen „Raidens“ durch umfangreiche Instanzen überdrüssig und suchten sich anderweitige Herausforderungen wie das Absolvieren von Instanzen mit einer wesentlich geringeren Spieleranzahl als vom Entwickler vorgesehen. Da Blizzard sich mit den motivierenden offenen PVP Kämpfen (World-PVP) reichlich Zeit ließ, wurden von den Spielern kurzerhand eigene Schlachtfelder erfunden – alte Hasen erinnern sich hier eventuell an Stundenlange Fehden um das Gebiet von Tarrens Mühle. Eine wirkliche Dauerlösung war dies allerdings nicht, zumal die Server mit einem größeren Spieleraufkommen nicht wirklich gut klar kamen (und auch bis heute nicht kommen).

Als erste Lösung und gute Alternative zum ständigen Raiden in Gruppen wurden instanzierte Schlachtfelder (kurz: BGs) ins Spiel eingebaut. Diese mit ihren „Capture the Flag“-Modi an Unreal-Tournament erinnernden Battlegrounds waren Anfangs sehr motivierend, erforderten allerdings auch sehr viel Zeit, um einen hohen Ehre-Rang (und die damit verbundene Ausrüstung) zu erlangen. Diese Ehre-Berechnung wurde allerdings ständig mit allen Spielern in einer internen Rangliste verglichen. Wer eine Woche pausierte, geriet daher schnell in Gefahr, seinen mühevoll erspielten Rang zu verlieren. Das war alles andere als Massenkompatibel - und stellte folglicher weise auch nur die Spieler zufrieden, die willens waren, ständig am virtuellen Ball zu bleiben.

 

Tendenz zum Gelegenheitstäter

Seit dem ersten Addon „The Burning Crusade“ zeigt Blizzard sehr deutlich, dass der ursprünglich angepeilte Kurs nicht in die richtige Richtung führte. Als das Addon erschien, wurden auch die besten Ausrüstungsgegenstände, früher nur den Dauerzockern vorbehalten, bereits durch die ersten neuen Gegenstände komplett ersetzt. Was vielen großen Gilden natürlich gewaltig gegen den Strich ging (und die oft monatelange Arbeit an der eigenen Ausrüstung auf einen Schlag ruinierte), war den meisten Spielern eine willkommene Neuerung. Mit „The Burning Crusade“ war es wesentlich einfacher, an gute Ausrüstung zu kommen. Das neu eingeführte Arenensystem und die heroischen Instanzen zeigen, dass Blizzard viel daran gelegen ist, auch Leute mit wenig Zeit zufrieden zu stellen. Zahlreiche Tagesquests belohnen bereits kleine Aufgaben mit Gold und Ehrepunkten. Und auch die neuen Open-PVP Quests zeigen, dass man für das zukünftige Addon „Wrath of the Lich King“ mehr für die Abwechslung im Spiel tun will. Zwar ist das erst ein Anfang, allerdings ein sehr begrüßenswerter.

dark_portal.jpg
Der Gang durchs dunkle Portal...

 

Fazit - Spielspaß durch Abwechslung

Mit dem aktuellen Patch 2.4 bekommen viele Spieler eine Möglichkeit, über die Heroischen Abzeichen an hochwertige Ausrüstung zu kommen. Eine neue 5er Instanz bietet im schwierigen „heroischen“ Modus neue und sehr starke Ausrüstung. Das täuscht zwar nicht über den eher geringen Umfang des Patches hinweg, versüßt aber zumindest die Zeit bis zum nächsten großen Addon. Um auch die großen Gilden nicht völlig vor den Kopf zu stoßen, kann man die neue 25er-Instanz „Sonnenplateau“ als eine Art Zugeständnis Seitens Blizzard betrachten. Ob man - angesichts des nächsten Addons und der damit verbundenen Item-Entwertung – willens ist, sich unbedingt dort in stundenlanger Arbeit auszustatten, soll jeder für sich entscheiden.

Die Patch-Tendenz der letzten Monate zeigt auf jeden Fall eine klare Wende: Weg vom voll ausstaffierten Über-Held und hin zu mehreren, gleichzeitig gespielten Charakteren (Twinks). Fakten wie zum Beispiel das mit Patch 2.3 erhöhte Leveling-Tempo ab Stufe 20, sowie die Möglichkeit,  schnell an gute (und im PVP auch konkurrenzfähige) Ausrüstung zu gelangen, sprechen auf jeden Fall eine mehr als deutliche Sprache. Wer sich damit zufrieden gibt, nicht unbedingt überall der Erste sein zu müssen, hat in WoW mittlerweile mindestens genauso viel Spaß wie die Raid-Spieler – und das mit wesentlich weniger Zeitaufwand und in zeitlich besser genießbaren Portionen.

 

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