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 10000 B.C. Werbeplakat Filme von Roland Emmerich überzeugen eher selten durch eine ausgeklügelte Storyline. Passende Beschreibungen für seine Machwerke wären wohl eher: laut, spektakulär, bunt - und meist unterhaltsam. Mit seinem neusten Machwerk entführt Herr Emmerich den Kinogänger in urzeitliche Welten und bleibt dabei diesen Schlagworten treu. Wer eine akkurate Darstellung der frühzeitlichen Verhältnisse sucht, ist hier fehl am Platz. Wer solide Popcorn-Unterhaltung sucht, liegt (fast) richtig. 10000 B.C. liegt irgendwo dazwischen und sticht leider weder im positiven noch im negativen Sinne besonders hervor.
Gegenüber den bekannteren Machwerken wie Independence Day oder (dem bei Fans sehr kontrovers diskutierten) Godzilla-Remake, welche beide klar der Sparte „Fiktion“ zuzuordnen sind, ist 10000 B.C. eine eher zwiespältige Sache. Mit Sicherheit kann man sich Emmerich-typisch im Kino einfach nur „berieseln“ lassen. Doch gerade das urzeitliche Thema wirkt dem Betrachter aus vielen TV-Dokumentationen seltsam vertraut und weckt daher einen gewissen „Grundanspruch“. Erinnert man sich dann aber wieder an den Regisseur, will man zu gerne diesen Mindestanspruch an Ernsthaftigkeit vergessen. Doch die Handlung und das Gesamtkonzept des Films machen einem diese Aufgabe unnötig schwer.
Fallbeispiel „Handlung“: 10000 B.C. dreht sich um ein kleines Volk von Urzeit-Nomaden, welches sich, bedingt durch die immer knapper werdende Jagdbeute, mit einem unschönen Hungertod konfrontiert sieht. Zusätzliche Prophezeiungen der dorfeigenen Schamanin, welche von einer baldigen „Dämoneninvasion“ künden, machen die Situation nicht gerade besser. Der Anfang ist also das, was man von der damaligen Zeit erwartet: düster und hart.
Es kommt wie es kommen muss: Das Dorf wird überfallen und viele Bewohner werden entführt. Hier kommt der Held namens D’Leh ins Spiel, der Genretypisch anfangs eher den Schwächling gibt und in seine Rolle erst hineinwachen muss. So weit – so berechenbar.
Spätestens ab der Namensgebung des Hel’Den merkt man, dass sich dieser Film nicht mehr Ernst nimmt. Das ist zu großen Stücken auch gut so, da sich die abenteuerliche Rettungsmission von D’Leh zwar durchaus abwechslungsreich, aber nicht immer besonders glaubwürdig gestaltet. Dramatische Szenen gehen nahtlos in heroische und überzeichnete Selbstdarstellungen über und Fantasy gibt sich mit realen Inhalten ein Stelldichein. Die zahlreichen Szeneriewechsel (Schneebedeckte Berge gehen in Dschungel und anschließend Wüste über) zwingen zuweilen schon mal dazu, mehr als ein Auge zuzudrücken. Das ist verstörend und zugleich unterhaltsam.
Optisch wird dem Zuschauer in 10000 B.C. viel geboten: neben passabel animierten Urzeit-Kreaturen und (wie bereits oben augenzwinkernd erwähnt) sehr abwechslungsreichen Landschaften ist natürlich auch die obligatorische epische Endschlacht vorhanden. Die Effekte und Landschaften zählen sicherlich zu den Stärken des Films, reichen aber nicht an die Güte eines Herr der Ringe oder Star Wars heran.
Fazit:
10000 B.C. kommt zu Beginn langsam in Fahrt, hat aber glücklicherweise keine unnötigen Längen. D’Leh (Steven Strait) spielt seine Rolle als heranreifender Held durchaus solide und glaubwürdig. Dass seine Dialoge und Zitate im Film nicht an die Klasse ähnlicher Filme heranreichen, verzeiht man Ihm angesichts seines urzeitlichen Hintergrunds mehr als gern. Bei vielen Anspielungen und Details im Film kann man nicht immer sagen, ob man es nun Ernst nehmen kann oder soll. Wer es dennoch schafft, die teils doch krasse Mischung aus ernstem (Urzeit-)Realismus und augenzwinkernder Fantasy zu akzeptieren, wird über die 100 min Spieldauer gut unterhalten.
Wertung: 6/10
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